„Was will ich wirklich?“ – Orientierung finden, mehr erreichen und zufriedener sein

„Was will ich wirklich?“ – Als moderner Mensch stehst Du unter Orientierungsdruck. Autoritäten, die Dir vorgeben, was Du tun sollst, sind in den Hintergrund getreten. Du musst Dich Tag für Tag aufs Neue entscheiden, was für Dich persönlich richtig oder falsch ist.

Früher gaben Dir die Regeln der Gesellschaft, der Familie oder die der Religion relativ genau vor, was Du darfst und was nicht. Und vor allem, was als erstrebenswert gilt. Die Frage „Was will ich wirklich?“ stellte sich gar nicht. Heute musst Du dies jedoch bewusst selbst für Dich entscheiden.

Du musst für Dich selbst Ordnung, Regeln, Werte und Orientierung finden. In einer übervollen Welt, in der es alles zu haben gibt und scheinbar jeder alles erreichen kann.

Die Medien prasseln von allen Seiten auf Dich ein und Erfolgsgeschichten überschütten Dich über Instagram, Facebook und Co. Kein Tag vergeht, in dem nicht ein neuer „Star“ geboren wird, dessen Hochglanz-Leben Du nun live verfolgen kannst. Die Medien geben Dir nun vor, was Du zu wollen hast!

Aber irgendwie fühlst Du Dich dennoch unvollständig. Denn Zufriedenheit will sich bei Dir nicht so richtig einstellen. Du hast das Gefühl, noch nicht „angekommen“ zu sein. Und Dein eigener „Durchbruch“ lässt auch noch auf sich warten…

Unsere Generation wächst mit dem Glauben auf, dass wir alles erreichen können, wenn wir nur wollen. Daher sind wir extrem anspruchsvoll. Wir wollen einfach nur… Alles!

 
Was will ich wirklich? – Sicherheit und Wohlstand reichen schon lange nicht mehr aus.

Es soll auch individuell sein, dabei die Flexibilität nicht einschränken. Darüber hinaus für Dich möglichst mühelos zu erreichen sein, für alle anderen jedoch unerreichbar sein, so dass Du herausstechen kannst mit Deiner Einzigartigkeit.

Nun will aber jeder dies für sich erreichen, womit Du mit Deinen Alleinstellungsmerkmalen nicht mehr alleine stehst.

Tim Urban hat es in seinem Artikel „Why Generation Y Yuppies are unhappy“ mit der Formel

Glück = Realität – Erwartungen

 
ganz gut beschrieben: Werden Deine eigenen Erwartungen übertroffen, bist Du glücklich. Liegt jedoch die Realität hinter Deinen eigenen Erwartungen zurück, bist Du unglücklich.

Zu Deiner hohen Erwartungshaltung kommen nun aber noch verschärfende Faktoren hinzu:

 

Was will ich wirklich? Die Hochglanz-Welt der sozialen Medien will es Dir vorgeben

Soziale Medien vernetzen uns. So bist Du nun rund um die Uhr mit Informationen versorgt. Du erfährst jederzeit, was Deine „Freunde“ so machen.

Von diesen „Freunden“ kommt aber natürlich kaum einer auf die Idee, etwas zu posten, bei dem er nicht von seiner besten Seite dargestellt wird.

Z. B. ein Bild von der „mäßig“ attraktiven Frau, die im Vollrausch abgeschleppt wurde. Stattdessen siehst Du nur aufgemotzte, bearbeitete Bilder, z. B. von Deinem Buddy mit wirklich heißen Bunnys in seinem Arm (welche vermutlich Hostessen sind und sich zu einem Foto haben überreden lassen) mit einer Bildunterschrift wie „Hammer Abend gestern“ oder ähnlich.

Was will ich wirklich? Einfluss sozialer Medien

Dasselbe Schauspiel bei den „Body updates“ derjenigen, die dem „Fitness-Lifestyle“-Trend folgen. Auf den Bildern mit Licht von oben, geschossen aus dem perfekten Winkel und mit modernen Filtern bearbeitet, sieht jeder auf seinem spontanen Schnappschuss (der ca. 17 Anläufe gedauert hat) unfassbar trainiert aus. Kaum einer postet ein unvorteilhaftes Bild von sich selbst.

Facebook, Instagram und Co. zeigen Dir eine geschönte Version der Leben Deiner Freunde und Bekannten. Und Du denkst Dir „Das will ich auch!“

 

Die selbst erzeugte Diskrepanz

Und auch Du stellst Dich natürlich möglichst vorteilhaft dar. Der Unterschied ist nur, dass Du von Deinem eigenen Leben weißt, wie es in Wirklichkeit aussieht, von dem Leben der anderen aber nur die verzerrte Version zu sehen bekommst.

Und schon hast Du das Gefühl, bei den anderen läuft es – im Gegensatz zu Dir.

Hinzu kommen noch die Bilder der Motivations-Seiten und Prominenten von Villen, teuren Autos, Luxus-Uhren und Supermodels, die Dir weiß machen, dass Du es leider noch nicht geschafft hast.

Das alles, was Wert hat, durch Nachhaltigkeit und stetiges drauf-hin-arbeiten erreicht werden kann, vermittelt diese „reich-über-Nacht“-Mentalität natürlich nicht. Lies Dir mal die Biographien von Steve Jobs, Arnold Schwarzenegger, Russel Simmons oder Richard Brandson durch, und Du verstehst, was ich meine!

Erwartungshaltung vs. Realität

Deine Erwartungshaltung und der Druck, den Du Dir selber machst, sind enorm.

In die obige Glücksformel eingesetzt, siehst Du sofort, dass diese unrealistische Erwartungshaltung nicht von der Realität zu erfüllen ist. Dadurch wird Dein Glücksempfinden ganz schön nach unten gezogen.

In seinem Artikel nennt Tim Urban seine Protagonistin Lucy, anhand derer er dieses und ähnliche Phänomene beschreibt. Das nebenstehende Bild beschreibt Lucys Dilemma bzgl. der eigenen Erwartungshaltung und der Hochglanz-Welt der anderen vorzüglich.

 

Der Fokus aufs Wesentliche

Die Menschen sind so vernetzt wie nie zuvor, jedoch gleichermaßen so einsam wie nie zuvor.

Ich selbst bin auf sozialen Medien nur mit meinen Firmenaktivitäten zu Marketingzwecken zu finden. Privat nutze ich soziale Medien seit Jahren nicht mehr. Und ob Du es glaubst oder nicht: Ich bekomme alles mit!

Alle meine relevanten Bezugspersonen, die mich wirklich interessieren, stehen in meinem Telefonbuch und wir haben regelmäßigen und guten Kontakt.

Vermutlich lähmt Dich die Angst, nicht dazu zu gehören und was zu verpassen, diesen Schritt zu wagen. Aber ich versichere Dir, alle erfolgreichen und zufriedenen Menschen in meiner Umgebung verzichten schon ewig darauf. Sie leben ihre eigene Realität und scheren sich nicht darum, möglichst cool auf Fotos rüberzukommen und die Welt darüber zu informieren, wie schön es in ihrem Urlaub war. Und ebenfalls genießen sie ihr Essen tatsächlich, anstatt davon Bilder zu schießen und diese online zu posten.




Stattdessen genießen Sie Urlaub, Mahlzeiten etc. einfach tatsächlich und sind präsent, anstatt zu versuchen, sich selbst mit schönen Bildern aus fernen Ländern ins Gespräch zu bringen. Die erhofften Reaktionen füttern nur Dein eigenes Ego und sind der erbärmliche Versuch, Aufmerksamkeit zu erhaschen und Deinen Selbstwert zu erhöhen – ohne zu merken, dass Du damit Deinen Selbstwert senkst.

Ja, es gibt einige wenige praktische Vorteile der Vernetzung oder Motivation von Facebook, Instagram und Co. Aber so lange Du anderen nacheiferst, bist Du nicht anders als ein Mensch vor dem Fernseher, der anderen bei ihrem Leben zuschaut, anstatt der Direktor des eigenen Lebens zu sein! Dies löst Deine „Was will ich wirklich?“-Frage natürlich nicht.

Stell Dir einfach mal einige Fragen und beantworte diese für Dich ehrlich:

  • Wie viele Bücher hast Du dieses Jahr gelesen, anstatt Dich über den Beziehungsstatus irgendwelcher Menschen zu informieren, die Du schon zu Schulzeiten nicht mochtest?

  • Wann warst Du das letzte Mal mit Deinen Freunden, Partnern oder Familienmitgliedern zusammen und wirklich präsent, ohne den Drang zu haben, posten zu müssen, was Du gerade machst und wo Du gerade bist?

  • Und ohne, dass Dich jedes Klingeln Deines Handys sofort aus dem Moment reißt?

 

Selbstbestimmung und Zeitmanagement

Ich persönlich bin privat kaum zu erreichen, weil meine Telefone, Email-Konten etc. standardmäßig auf lautlos gestellt sind. Ich bestimme selbst, wann ich erreichbar bin.

Es gibt Apps, die ich nutze, die dafür sorgen, dass mich eine Handvoll ausgewählter Leute im Notfall jederzeit erreichen kann. Sogenannte „white lists“ Apps. Diese sorgen dafür, dass Anrufe der Personen auf diesen Listen auch durchgestellt werden, wenn mein Handy auf lautlos steht. Diese Leute wissen auch, dass Sie nur im Notfall anrufen sollen, mir ansonsten gerne schreiben können.

Dadurch verhindere ich das, was auch als Sägezahn-Effekt bekannt ist. Indem ich meine eigenen, fest installierten Pausenzeiten habe, in denen ich Mails etc. abrufe, werden meine Arbeitszeiten nicht aufgrund von klingelnden Handys etc. von außen beeinflusst. Ich habe zusammenhängende Zeitblöcke für meine Aufgaben. Aufmerksamkeit und Konzentration werden nicht gestört, meine Arbeitsqualität und Effizienz sind sehr hoch.

Sägezahn Modell

 

Was will ich wirklich? – Referenzwerte entwickeln

In meiner Arbeit als Coach durfte ich bereits einige Menschen kennen lernen, die eine (Karriere-)Leiter erklommen haben, nur um von oben festzustellen, dass diese sie nicht zufriedenstellt. Die Frage „Was will ich wirklich?“ wurde von diesen Menschen zu spät gestellt.

Während Du auf der Leiter noch Stufen vor Dir hast, kannst Du Dir noch einreden, dass die letzten Sprossen dazu beitragen werden, dass Du Dich endlich erfüllt fühlen wirst. Ist jedoch die letzte Sprosse erreicht, schleicht sich langsam die Einsicht ein, dass Du glücklicher wärst auf der ersten Stufe Deiner eigenen Leiter, statt auf der obersten Stufe einer fremden.

Was in Fällen wie diesen passiert ist, ist das unreflektierte nacheifern fremder Wertvorstellungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese durch Deine Eltern, die Medien oder sonst wen auf Dich übertragen worden sind. In einer Welt voller Möglichkeiten ist es umso wesentlicher, Dich auf Deine innere Weisheit zu konzentrieren und Dir selbst die Frage „Was will ich wirklich?“ zu beantworten.

Wenn Du verstanden hast, was Du wirklich willst und warum Du es willst, brauchst Du auch keinen Motivationsschub mehr (einer Deiner vorgeschobenen Gründe für soziale Medien). Denn hinter der Frage nach der Motivation verbirgt sich letztendlich immer die Frage nach dem Sinn.

Erst wenn Dir Deine Werte und Bedürfnisse klar sind, kannst Du aus all den Möglichkeiten die wählen, die zu Dir passen und Dich glücklich machen – und Deinem eigenen Lebensentwurf nachgehen.

„Denn wenn für jeden von uns alles möglich ist, kann jeder letztlich nur hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben und wird sich infolgedessen unzureichend und unzulänglich fühlen“ – Alain Ehrenberg

 

Was will ich wirklich? – Mein Rat für Dich:

  • Gib Dir selbst die Richtung vor: Stell Dir die zentrale Frage, was Du aus Deinem Leben machen willst, basierend auf Deinen eigenen Werten und Zielen!
  • Folge Deinen eigenen Idealen und höre auf dem nachzueifern, von dem andere der Meinung sind, es sei erstrebenswert!
  • Lies Bücher! Schau Dir die Lebenswege von wirklich erfolgreichen Leuten an, die was aus Ihrem Leben gemacht haben. Erfahre von den Schwierigkeiten und Hindernissen, die sie durchleben mussten. So bekommst Du ein realistisches Bild davon, wie (zeit-)aufwendig es ist, sich etwas aufzubauen.
     
    Und vor allem, lies The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben!

  • Lösche Deine sozialen Medien! Diese fressen Deine Zeit und geben Dir ein falsches Bild von der Welt. „Likes“ etc. befriedigen nur Dein Ego. Echten Selbstwert baust Du dadurch nicht auf, weil dieser sich per Definition niemals auf externe Reaktionen stützt. Darüber hinaus gibt es immer mehr Studien, die einen Zusammenhang zwischen häufigem Gebrauch sozialer Medien und Schlafstörungen gefunden haben.



Um herauszufinden, was Dich wirklich antreibt, kannst Du auch unseren kostenlosen Motivationstest durchführen. Ebenfalls kann ich Dir den Lebenstest von vernünftig-leben.de empfehlen, dieser ist gut gemacht und sehr aufschlussreich.

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(Quellen: Blog-Beitrag „Why Generation Y Yuppies are unhappy“ von Tim Urban und „Bevor der Job krank macht“ von Hans-Peter Unger und Carola Kleinschmidt)


Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle Development Consultants

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater und Business-Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Außenwirkung sowie Selbstmarketing.

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