Eine Trennung verarbeiten und über Deine Ex hinwegkommen


Trennung verarbeiten und über Deine Ex hinwegkommen

Das Ende einer Beziehung ist immer eine große Veränderung in Deinem Leben. Wie Du eine Trennung verarbeiten und über Deine(n) Ex hinwegkommen kannst, mit den beteiligten Emotionen sinnvoll umgehst und wann Du bereit bist, Dich auf einen neuen Menschen einzulassen, erfährst Du in diesem Artikel.

 

Trennung verarbeiten: Umgang mit Trauer & Trennungsschmerz

Einen Menschen zu verlieren, der Dir was bedeutet, tut weh.

Dieser Schmerz und Deine Trauer weisen Dich darauf hin, dass Dir etwas für Dich sehr wertvolles verloren gegangen ist. Vielleicht lernst Du aus diesem Trennungsschmerz und wirst in Zukunft Deine zwischenmenschlichen Beziehungen bedachter angehen.

Dieser Trennungsschmerz und Deine Trauer sind gut und richtig. Und Du solltest diese voll auskosten. Ja, Du hast richtig gelesen. Spüre den Schmerz und Deine Trauer so intensiv Du nur kannst. Wo genau in Deinem Körper fühlst Du diese? Wie intensiv fühlst Du beides? Gibt es bestimmte Momente oder Situationen, wo es besonders stark ist? Was denkst Du, steckt hinter diesen Gefühlen?

Wenn Du über eine Suchmaschine auf diesen Artikel gestoßen bist, dann wahrscheinlich mit der Intention, einen Weg zu finden, diese Gefühle endlich ablegen zu können. Und Dich schneller wieder gut zu fühlen. Aber diese Abkürzung gibt es nicht. Du musst Deinen momentanen Gefühlszustand akzeptieren. Dir bleibt gar nichts anderes übrig, damit Du voran kommst.

Du lernst beim Einfühlen nicht nur eine Menge über Dich selbst und Deine Bedürfnisse. Du lernst auch alle Momente Deines Lebens voll auszukosten. Die Guten und die Schlechten! Höhen und Tiefen gehören nun mal zum Leben dazu. Diese machen es erst interessant.

Echte Achtsamkeit und Präsenz erhältst Du nicht dadurch, dass Du nur nach den guten Momenten haschst und vor den Schlechten die Augen verschließt. Versuche auf gar keinen Fall, den Schmerz und die Trauer zu verdrängen oder zu betäuben! Dadurch löst Du diese nicht auf. Alkohol, Drogen, andere Frauen etc. lassen Dich nur verbittert werden. Das ist sicher nicht das, was Du möchtest.

Natürlich ist es auch ok, Deine Traurigkeit zu zeigen. Im Artikel „Gefühle richtig ausdrücken und sich mitteilen“ hast Du bereits gelernt, wie Du Deine Gefühle besser ausdrücken kannst.

Als Mann kannst Du ruhig sagen, was mit Dir ist, ohne als „schwach“ oder „unmännlich“ dazustehen. Im Gegenteil! Aus meiner Sicht gehört es zur Männlichkeit dazu, zu seinen eigenen Gefühlen zu stehen und Gefühle richtig ausdrücken zu können. Hier den Harten zu spielen ist falsch verstandene Männlichkeit!

Und auch als Frau ist es völlig ok, traurig zu sein. Werde bitte nicht eine dieser verwundeten und verbitterten Frauen, die nun einen auf unnahbar und unabhängig machen. Du darfst traurig sein und Verletzlichkeit zulassen!

Was ich persönlich am Ende einer Beziehung am meisten bedauere, ist, dass ich einen anderen Menschen verletzt habe bzw. verletze, der mir mal sehr nahe stand.

Dass meine eigenen Wunden heilen werden und ich aus jedem Rückschlag gestärkt hervorgehe, weiß ich für mich selbst nach über zehn Jahren Persönlichkeitsentwicklung und Praktizieren der Verführungskunst (Pick up). Aber eine Verletzung, die Du ggf. einem anderen Menschen zugefügt hast, ist für Dich nicht leicht zu heilen.

 

Trennung verarbeiten: Der Zeitfaktor

Eine oft gestellte Frage ist die, nach der Zeit.

Wie lange hält der Trennungsschmerz an? Wann bist Du bereit, Dich wieder auf eine neue Person einzulassen?

Faustformel wie „ca. die Hälfte der Zeit, die eure Beziehung gedauert hat“ sind dabei natürlich blödsinnig. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie lange es dauert, eine Trennung zu verarbeiten. Hier kann man keinen sinnvollen Wert angeben.

Wie lange Trennungsschmerz anhält und wann Du bereit für Neues bist, ist sehr individuell. Es kommt natürlich auf die Intensität Deiner Gefühle und auf einige Deiner Persönlichkeitsmerkmale an.

Den einzigen Tipp, den ich Dir zum Zeitfaktor geben kann, ist der Folgende: Nach einer Beziehung solltest Du einfach mal einige Zeit alleine sein!

Zu Dir selbst zu finden kann sehr heilsam sein. Dich direkt in eine neue Beziehung zu stürzen, würde ich eher zwischen „nicht alleine sein können“ und „Trennungsschmerz betäuben wollen“ einordnen.

Ich war beispielsweise zwischen meinen letzten beiden Beziehungen drei Jahre Single. Und das nicht, weil ich keine Frauen in meiner Umgebung hatte, mit denen ich mir mehr vorstellen hätte können.

Ich wollte es so, um Zeit für mich zu haben und wieder ein Stück mehr zu mir selbst zu finden. Auch diese Zeit, ohne feste Partnerin an meiner Seite, habe ich sehr genossen.

Natürlich musst Du nach einer Beziehung keine drei Jahre warten, um Dich auf die nächste Person einlassen zu können. Einige Monate der Selbstfindung halte ich jedoch für sinnvoll, um Dir (wieder) ein solides Fundament aufzubauen.

Erst wenn Du alleine glücklich bist, halte ich es für sinnvoll, eine neue Beziehung einzugehen.

Eine Beziehung zu führen, um sich „nicht mehr einsam zu fühlen“ oder „komplett zu sein“ ist definitiv der falsche Grund für das Eingehen einer Beziehung!

Du solltest weder etwas erzwingen wollen, beispielsweise Deine(n) Ex ersetzen wollen, noch Dich vor Neuem verschließen (dazu später mehr).

Erst, wenn Du Dir selbst genug bist, bist Du wieder soweit!

 

Trennung verarbeiten: Aus Fehlern lernen und verzeihen

 

Sorgfältig selektieren

Aus meiner persönlichen Erfahrungen und den Erfahrungen, die in meinem Freundes-, Bekannten- und Klientenkreis gemacht wurden, denke ich, dass es Paare gibt, die einfach nicht gut zusammen passen. Meistens aufgrund verschiedener Erwartungen oder Werte.

Deshalb ist die sorgfältige Selektion beim Eingehen einer Beziehung auch so wichtig (siehe Beziehungstipp 1)). Wenn derartige Beziehungen scheitern, bei denen die Parteien nicht wirklich gut zueinander passen, denke ich, ist eine Trennung für beide das Beste. So hat jeder die neue Chance, einen Partner zu finden, der wirklich gut zu einem passt.

Und um Missverständnissen vorzubeugen, mit Erwartungen und Werten meine ich die innere Einstellung. Ob Partner sich ähnlich sind oder nicht, spielt aus meiner Erfahrung keine Rolle.

Z. B. kenne ich glückliche Paare, die die gleiche Ausbildung absolviert haben und in derselben Branche arbeiten. Und andere glückliche Paare, bei denen völlig unterschiedliche Voraussetzungen herrschen. Oder Paare, die dieselbe Nationalität haben oder aus völlig unterschiedlichen Kulturen stammen. Oder aus unterschiedlichen Familienkonstellationen kommen. Oder über unterschiedliche finanzielle Mittel verfügen.

Solche Nebenbedingungen spielen aus meiner Sicht keine Rolle. Sofern die Beziehung auf Augenhöhe stattfindet – mit gegenseitiger Wertschätzung und Respekt. Selbst die Alltagspsychologie des Volksmundes ist sich bzgl. der Ähnlichkeit nicht sicher („Gleich und gleich gesellt sich gerne“ und „Gegensätze ziehen sich an“). Alles scheint zu funktionieren.

Andere Paare dagegen scheinen für einander bestimmt. Vor allem bei solchen Beziehungen ist es schade, wenn diese an schlechter Kommunikation oder ähnlichen Stolpersteinen scheitern.

Damit Dir das bei Deiner nächsten Beziehung nicht passiert, empfehle ich Dir, Dich beispielsweise mit Themen rund um die Kommunikation auseinanderzusetzen. Ein guter Anfang sind die folgenden Artikel:

 

Eigene Fehler anerkennen

Darüber hinaus gibt es sicher auch einige Begebenheiten in Deiner Beziehung, die Du auch einfach falsch gemacht hast. Seien es unbedachte Handlungen oder Gesagtes, dass zum Scheitern Deiner Beziehung beigetragen hat – oftmals stecken hier unerfüllte Bedürfnisse Deinerseits hinter.

Diese unerfüllten Bedürfnisse zu analysieren ist wichtig, damit Du die gleichen Fehler nicht nochmal machst und ggf. weitere Menschen verletzt. Hier ist gnadenlose Ehrlichkeit zu Dir selbst angesagt. Übernimm Verantwortung, entschuldige Dich für Deine Taten, falls es nötig ist!

Und vor allem: Lerne daraus! Lerne dabei jedoch für Dich, um als Mensch zu reifen, nicht notwendigerweise um Deine(n) Ex zurückzugewinnen oder ähnliches.

Eigene Fehler gilt es zu akzeptieren, anstatt diese zu ignorieren. Oder sogar die Schuld bei anderen zu suchen. Übernimm die Verantwortung für Dein Handeln und die Konsequenzen – zu 100 %!

Aber auch bei der Akzeptanz gibt es ein gesundes Maß: Dich übermäßig in Deinen Fehlern zu suhlen und Dich für ewig daran festzuklammern ist sicherlich auch nicht zielführend. Fehler passieren. Jedem! Bedaure Deine Fehler, lerne daraus und schaue nach vorne!

 

Klare Grenzen ziehen

Ebenso gut denkbar ist, dass Du gar nicht so viel falsch gemacht hast. Manche Menschen wissen einfach nicht zu schätzen, was Du zu bieten hast. Oder sind so blind und verletzt durch frühere Erfahrungen, dass sie sich nicht vollständig auf Dich einlassen können.

Oder haben sogar ernstzunehmende Störungen mit Krankheitswert, wie schwere Depressionen, eine passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung, eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine dissoziale Persönlichkeitsstörung, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oder eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Natürlich ist Deine Unterstützung hier manchmal hilfreich. Mitunter können derartige Personen aber zu echten Gefahren für sich, Dich und andere werden.

Eine meiner Ex-Freundinnen litt/leidet beispielsweise unter multiplen Persönlichkeitsstörungen, was ich aber leider selbst erst sehr spät gemerkt habe. Sie stand insgesamt drei Mal mit einem Messer vor mir. Selbst nach Ende unserer Beziehung!

In solchen Fällen brauchen diese Menschen professionelle Hilfe! Das Beste in einem solchen Fall für Dich ist, Dich von derartigen Personen komplett fernzuhalten! Auch wenn es schwer ist, weil sie Dir z.B. leid tun. Es kann sein, dass Du unterstützen möchtest, dabei aber selbst in psychische Abgründe getrieben wirst. Kümmere Dich lieber um Dich selbst!

Unabhängig davon, wie Du bist und was Du machst, könne Beziehungen schmerzvoll scheitern. In diesem Fall solltest Du Dir einfach in Zukunft einen Partner bzw. eine Partnerin suchen, die Dich zu schätzen weiß und emotional gesund ist! Das Verhalten und die Reaktionen anderer Menschen sind aus Deiner Sicht externe Faktoren und nicht vollständig in Deiner Hand. Daher bleibt Dein eigener Selbstwert auch unberührt, wenn eine Frau etwas Destruktives machen sollte. Kenne die Grenzen Deines Einflussbereiches!

Auch wird es möglicherweise etwas geben, was Deiner Partnerin / Deinem Partner während eurer Beziehung nicht so gut gelungen ist, was Dich evtl. verletzt hat. Hier solltest Du verzeihen und ohne Groll weiterleben. Höchstwahrscheinlich hat Deine Ex-Partnerin / Dein Ex-Partner auch nur versucht, ihre eigenen Bedürfnisse zu schützen oder durchzusetzen.

Solltest Du immer wieder in Beziehungen geraten, in denen die gleichen Muster entstehen, bzw. Dir Partner/innen aussuchen, die immer die gleichen „Baustellen“ haben, so empfehle ich Dir dringend, Dich mit Dir und Deinem Schattenkind auseinanderzusetzen. Folgende zwei Bücher können Dir dabei eine große Hilfe sein:

Jeder ist beziehungsfähigJeder ist beziehungsfähig
Abhängige Beziehungen überwindenAbhängige Beziehungen überwinden

 

Offen bleiben

Das Wichtigste ist, nach einer Trennung mit offenem Herzen weiter zu leben. Behalte Dir auf jeden Fall Deine Verletzlichkeit! Da draußen gibt es so viele „lebende Tote“, die sich wie eine Mimose verschlossen haben und nie wieder erwachen.

Auch wenn dies ein Selbstschutz-Mechanismus ist, um sich vor Schmerz und Verletzung zu schützen, nehmen sich verschlossene Menschen selbst die Chance, wieder echte Liebe und Vertrautheit in ihrem Leben zu erfahren.

Dies gilt für Frauen und Männer natürlich gleichermaßen. In meinem Privatleben komme ich auf Grund persönlicher Neigungen mit viel mehr Frauen in Kontakt als mit Männern. Dabei macht es mich oft traurig zu sehen, wie bemüht viele Frauen sind, sich als frei, hart und unverletzlich zu geben. Dabei sind es innerlich verletzte, kleine Mädchen, die einfach nur mal in den Arm genommen werden wollen und sich nach Liebe sehnen.

Da sie aufgrund ihrer aktiven Selbstschutz-Mechanismen jedoch nicht mehr in der Lage sind, sich auf einem anderen Menschen einzulassen und wieder Verletzlichkeit zuzulassen, versuchen sie, dieses unerfüllte Bedürfnis nach Zuneigung überzukompensieren. Partys, Alkohol, Drogen, stumpfen Sex, hoher Arbeitsbelastung oder sonstigen Ablenkungen sollen die Leere füllen. Und dann spielen die meisten auch noch irgendwelche Unnahbarkeits-Spielchen. Ja, sie werden nicht mehr verletzt, weil sie es nicht mehr zulassen. Aber wirklich glücklich sind sie auch nicht. Vielmehr stumpfen sie immer mehr ab.

Aber auch unter meinen Gender-Genossen findet sich manchmal ein ähnliches Bild. Für Dich als Mann gilt natürlich das Gleiche: Es wird Dich niemals glücklich machen, mehrere Dutzend Frauen hintereinander zu haben. Der Spruch „You can’t get enought of what you don’t want“ verdeutlicht es ganz gut. Zufriedenheit wirst Du durch derartige Kompensations-Strategien nie erreichen. Ganz einfach aus dem Grund, weil es Dir nicht das gibt, was Du wirklich willst.

Auf gar keinen Fall solltest Du Verbitterung mit Dir herumtragen. Egal wie viel Zeit, Energie und Geld in die Beziehung geflossen sind. Es gab eine Zeit, in der Dir die Beziehung dieses Investment wert war. Genauso gab es eine Zeit, in der Du die Beziehung genießen konntest. Und nun ist die Zeit gekommen, in der die Beziehung aufgelöst ist. Akzeptiere es und sei dankbar! Mit allen anderen Haltungen schadest Du Dir selbst. Und sabotierst unbewusst Deine zukünftigen Beziehungen!

 

Trennung verarbeiten: Respektvoller Umgang miteinander

Auch der respektvolle Umgang miteinander, vor allem nach einer Trennung, ist fundamental. Für mich gehört zu einem respektvollen Umgang unter anderem eine ehrliche und offene Kommunikation.

Wenn Dein(e) Ex daran interessiert ist, kannst Du ihr/ihm auf ehrliche Art und Weise Deine Sicht der Dinge schildern. Erkläre in Ruhe Deine Perspektive. Sage, welche Wünsche, Bedürfnisse oder Erwartungen für Dich unerfüllt blieben. Jedoch ohne Schuld zuzuweisen oder Vorwürfe zu machen!

Hier geht es um die Chance, die andere Perspektive zu verstehen. Vielleicht etwas zu verändern und daran zu wachsen. Aber wie gesagt, nur wenn Dein(e) Ex-Partner(in) will!

Sollte sie/er Abstand wollen oder Zeit für sich brauchen, so hast Du das ebenfalls zu akzeptieren! Dann ist es nicht fair, Deine Sicht ungefragt zu äußern, während sie/er die Trennung auf ihre/seine Art bewältigt.

 

Feedback nutzen

Anders herum verbirgt sich hier eine riesige Chance für Dich, Feedback von einer Person zu bekommen, die Dich so intensiv kennt.

Ich möchte behaupten, ich wäre heute nicht der Mann, der ich bin, wenn ich mich selbst dieser Chance beraubt hätte. Ich persönlich bin den Frauen in meinem Leben sehr dankbar, dass selbst nach einer Trennung ein sachlicher Austausch möglich war.

Höre daher genau zu, was Dein(e) Ex Dir sagt! Selbst, wenn es evtl. schmerzt.

Dies gilt natürlich bei der Trennung, danach, aber auch in der Zeit davor. Welche Bedürfnisse hast Du möglicherweise nicht erfüllt? Welche Deiner Charakterzüge sind ausbaufähig?

Höre einfach zu, ohne Dich zu rechtfertigen oder zu werten. Nimm es einfach für Dich mit. Denke über die Punkte nach. Hier gibt es bestimmt einiges, was Dich auf Deinem persönlichen Pfad weiterbringen wird.

 

Manupulativen Bullshit unterlassen

Zum respektvollen Umgang gehört natürlich auch, jegliches manipulatives Verhalten zu unterlassen. Wenn Du sie oder ihn beispielsweise zurück gewinnen möchtest, dann tue es. Jedoch ohne andere Frauen oder Männer zu benutzen, um Deine(n) Ex zu verletzen und möglicherweise Eifersucht oder Ähnliches auslösen zu wollen.

Wenn Du der Meinung bist, Du bist so weit, Dich wieder auf andere Persone einzulassen / Dich mit anderen Personen zu treffen, dann tue es. Tue es jedoch für Dich, und nicht als „Taktik“.

Prahlereien oder absichtlich hochgeladene Bilder auf sozialen Medien, welche die Absicht haben zu zeigen, wie glücklich Du doch bist, sind ein No-Go! Das zeigt eher, dass Du noch dabei bist, die Trennung zu verarbeiten und immer noch reaktiv in Bezug auf Deine(n) Ex bist.

Im Umkehrschluss sagt es dasselbe über sie bzw. ihn aus, falls sie/er es macht. Ignoriere es einfach und zieh Dein Ding durch!

 

Die gemeinsame Zeit wertschätzen

Was eigentlich auch selbstverständlich sein sollte, ist niemals schlecht über Deine(n) Ex zu reden. Egal was passiert ist, mit diesem Menschen hast Du während einer bestimmten Zeitspanne in Deinem Leben einiges geteilt.

Allein schon, dies in Ehren zu halten, verbietet es, sie/ihn bei anderen schlecht zu machen. Damit machst Du Dich nur selber runter. Du gewinnst mit solchen Aktionen nichts und es wird bei den aktuellen Menschen in Deiner Umgebung zurecht die Warnlichter aufblinken lassen. Bekommen diese mit, dass sobald ein Mensch nicht mehr in Deinem Leben ist, Du Dir das Maul über diesen zerreißt, wirft das ein sehr schlechtes Licht auf Dich. Solch ein Verhalten zeigt Deine Charakterschwäche.

 

Trennung verarbeiten: Mit dem Ex / der Ex Kontakt halten?

Wie Du es mit dem Kontakt zu Deiner Ex / Deinem Ex hältst, musst Du für Dich selbst entscheiden. Die Hauptsache ist, dass ihr beide ein Ende findet, wenn die Beiziehung gescheitert ist. Sich mehrere Monate im Kreis zu drehen nutzt keinem etwas. Hier gilt es, konsequent zu sein und zu getroffenen Entscheidungen zu stehen.

Früher bin ich persönlich ganz gut damit gefahren, den Kontakt getreu dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ abzubrechen. Dies empfand ich als einfacher. Vor allem beim Eingehen einer neuen Beziehung macht das weniger Probleme.

Heute sehe ich das Ganze jedoch ein wenig differenzierter. Deine früheren Partnerinnen oder Partner sind eine gute Ergänzung zu Deinem „social circle“. Solange Du immer ehrlich und offen warst und Dich respektvoll verhalten hast, werden diese auch wenig Grund haben, Groll gegen Dich zu hegen.

Du bist dann aus ihrer Sicht einfach nur „ein cooler Typ, mit dem sie mal was hatte“ oder aus seiner Sicht „eine Ex-Freundin, mit der er sich noch gut versteht“. In diesem Fall bist Du immer ein gern gesehener Gast, was Dein soziales Ansehen natürlich steigen lässt.

Vielleicht finden Du und Dein(e) Ex-Partner(in) sogar einen Weg, in Zukunft eine Freundschaft aufzubauen. Aber auch wenn es keine „richtige“ Freundschaft werden sollte, sollte die Trennung auf jeden Fall derart sein, dass ihr euch bei zufälligen Begegnungen in die Augen schauen könnt! So kommt es nicht zu peinlichen Momenten bei zufälligen Treffen.

 

Trennung verarbeiten: Der Weg nach vorne

Letzten Endes bleibt Dir als konstruktive Möglichkeit, eine Trennung verarbeiten zu können, nicht viel mehr übrig, als dankbar zu sein. Die gemeinsame Zeit zu würdigen. Dich für Deine Fehler zu entschuldigen. Und Deine Ex-Partnerin bzw. Deinen Ex-Partner respektvoll in Deinem Herzen zu tragen. Schließe diese Episode Deines Lebens wie hier beschrieben sauber ab.

 

Bedürftigkeit und Überkompensation vermeiden

Einer der Hauptfehler nach einer Trennung, vor allem von vielen Männern begangen, ist, dass diese in Bedürftigkeit fallen. Damit meine ich, dass sie aus Mangel an Alternativen an dieser einen Frau festklammern und wieder den Weg zu ihr zurück suchen. Jedoch aus den falschen Gründen.

Wie in dem Artikel „Beziehungstipps für Männer“ beschrieben, solltest Du als Mann echte Wahlfreiheit haben, was Deine Partnerin betrifft. Du solltest in der Lage sein, eine Menge Frauen in Dein Leben zu ziehen (Attraction = Anziehung) und diese auch zu behalten wissen.

Wenn Du also mit dem Gedanken spielst, um Deine Ex zu kämpfen, dann nur, wenn ihr beide Fehler gemacht habt, die ihr euch verzeihen könnt bzw. die ihr korrigieren könnt. Und auch nur unter der Voraussetzung, dass ihr wirklich zueinander passt, dieselben Werte und Erwartungen teilt und eine starke Anziehung zwischen euch vorhanden ist. Ein Mangel an Alternativen ist kein guter Grund, zu Deiner Ex zurückzukehren.

Frauen dagegen fallen nach einer Trennung tendenziell häufiger in Überkompensation. Sie fangen an, mit den letzten Idioten zu schlafen, nur um sich abzulenken und um überhaupt etwas zu spüren. Dieses starke Bedürfnis, über „den Einen“ hinwegzukommen führt oft dazu, dass ihre Ansprüche ins Bodenlose sinken und sie einen erregierten Schwanz mit Zuneigung und Bestätigung verwechseln. Dieses Verhalten zeugt eher von einem extrem niedrigen Selbstwert.

Ich spreche hier von Tendenzen. Genauso können Männer in Überkompensation verfallen oder auch Frauen in Bedürftigkeit.

Und nicht das wir uns hier falsch verstehen: Es spricht nichts gegen eine offen ausgelebte Sexualität – bei Männern als auch bei Frauen! Die Frage ist jedoch, warum Du mit jemanden schläfst. Weil Du diese Person wirklich attraktiv findest, Spaß an Sex hast und Lust auf sie hast? Oder weil Dein Selbstwert derart im Keller ist, dass jede Form der Bestätigung Dir ein „dirty high“ gibt? Glaub mir, es macht einen riesen Unterschied!

 

Neue Möglichkeiten und Freiräume nutzen

Ganz gleich, wie wahnsinnig gut ihr zueinander gepasst habt und wie großartig es war. Wenn Du glaubst, dass Deine Ex die „beste“ Frau ist, die Du jemals bekommen kannst, bzw. Dein Ex der „beste“ Mann, den Du jemals kennen lernen wirst, dann hast Du entweder ein Problem mit Deinem Selbstwert oder Du triffst definitiv nicht genügend andere Menschen!

Sofern Du nicht einen groben Beziehungsfehler gemacht hast, hast Du immer noch einen intakten Freundeskreis, auf den Du Dich verlassen kannst (siehe Beziehungstipp 4)). Dieser freut sich mit Sicherheit, nun bei Deiner neuen Zeiteinteilung eine größere Portion abzubekommen.

Auch ist nun natürlich mehr Zeit für Dinge vorhanden, die Du möglicherweise etwas stiefmütterlich in Deiner Beziehung behandelt hast. Zum Beispiel wieder mehr zu lesen oder Sport zu treiben, um nur einige zu nennen.

 

Auf Dich selbst schauen

Das Ende eine Beziehung ist ein sehr guter Moment dafür, den Fokus auf Dich selbst zu richten. Überlege Dir, was Du für Dich in Zukunft möchtest!

Willst Du in der nächsten Zeit überhaupt eine neue Beziehung eingehen? Oder ergibt es viel mehr Sinn für Dich, erst einmal zu Dir selbst zu finden? Und selbst wenn Du eine Beziehung möchtest, weißt Du, was Du von dieser erwartest und auch bereit bist zu geben?

Nach einer Trennung wird es definitiv anders sein. Die Welt hat sich verändert, und Du hast Dich verändert. Das bedeutet jedoch nicht, dass es jetzt schlechter sein muss.

Nimm eine Trennung auf jeden Fall an, akzeptiere diese und lass sie wirken… Auch wenn es erstmal wehtut. Gehe auf jeden Fall weiter mit offenem Herzen durchs Leben, denn auch „andere Töchter haben schöne Mütter / Väter“ 😉

Auch ein persönliches Coaching kann Dich bei einem Neuanfang unterstützen. Mit speziellen Coaching-Tools und auf Dich individuell zugeschnittener Beratung können wir Deine persönlichen Baustellen – in allen Lebensbereichen – bearbeiten. Dabei werden limitierende Glaubenssätze identifiziert und durch hilfreiche ersetzt sowie Deine Verhaltensmuster analysiert und optimiert. So können wir Dich auf Deiner Reise zu einem selbstbestimmten und zufriedenstellenden Leben begleiten. Ob mit jemanden an Deiner Seite oder ohne.

Ebenfalls empfiehlt es sich vor allem nach einer Trennung (im Idealfall natürlich bereits davor 😉 ), Dich als Mann mit Deiner Männlichkeit zu beschäftigen bzw. als Frau mit Deiner Weiblichkeit. Folgende Bücher kann ich Dir dabei für den Anfang ans Herz legen:

Männlichkeit leben BuchlinkMännlichkeit leben Buchlink
Weiblichkeit lebenWeiblichkeit leben

 
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Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle Development Consultants

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater und Business-Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Außenwirkung sowie Selbstmarketing.

3 Kommentare

  1. Margarete sagt:

    Umfassende Sichtweise mit gesundem Maß an Subjektivität in Zusammenspiel mit Objektivität.
    Weiter so!
    …..wir Frauen ticken ähnlich:)
    Danke.

  2. fischer sagt:

    ich suche noch nach einem experten, der mir erklärt, wie ich mit dem vertrauensbruch meiner frau umgehen soll.
    21 jahre verheiratet, davon 8 jahre verhältnis mit meinem besten freund.
    (auch verheiratet, über 30 jshre)

  3. Lieber Herr Fischer,

    ich kann mir vorstellen, was für ein komplexes Gefühlsgemisch in Ihrer Situation aufkommt. Neben der Verletzung, Enttäuschung, Trauer, Unverständnis möglicherweise ebenso Wut und Abscheu.

    Damit konstruktiv umzugehen ist keine leichte Aufgabe, und eine umfassende und auf Sie zugeschnittene Antwort natürlich in Form eines Kommentars unmöglich. Dennoch möchte ich Ihnen einige Hinweise geben.

    Auch wenn Ihnen die folgenden Zeilen evtl. etwas „einfach“ vorkommen mögen, kann ich Ihnen versichern, dass das die richtige Richtung ist, um eine derartige Situation inkl. aller aufkommenden Gefühle zu bestehen.

    Aus Coaching und therapeutischer Sicht sind die Handlungen anderer Menschen externe Faktoren, auf die Sie nur bedingt Einfluss haben. D.h. vor einem Vetrauensbruch ist grundsätzlich keiner gefeit, da dies nun mal nicht im Einflussbereich des Akteurs liegt.

    Das heißt natürlich nicht, dass es ratsam ist, sich zu verschließen und anderen grundsätzlich zu misstrauen. Zu einer zwischenmenschlichen Beziehung gehört eben ein Öffnen und eine gewisse Verletzlichkeit dazu. Jedoch ist es hierbei wichtig, seine eigenen Grenzen klar zu kommunizieren und auf die Einhaltung dieser zu achten.

    In einem Fall wie Ihrem empfinde ich es als ratsam, den Fokus auf Sie selbst zu legen. Natürlich ist es hilfreich, zu verstehen, wie es dazu gekommen ist. Hier hilft ein gutes Verständnis für menschliches Verhalten und ebenso ein Verständnis für die Polarität zwischen Mann und Frau. Nach der Analyse der Ist-Situation (und wie es dazu kam) ist es jedoch angebracht, die Aufmerksamkeit auf Sie selbst zu richten.

    Wie wollen Sie mit dieser Situation umgehen?
    Was bedeutet das für Sie und Ihre Zukunft?
    Wie wollen Sie Ihre Beziehungen zukünftig gestalten?

    Andere Menschen lösen durch ihr Handeln zwar Gefühle in uns aus, die Ursachen für diese Gefühle liegen letztlich meistens in uns selbst. Welche Gefühle in uns aufkommen, selbst in einer Situation wie von Ihnen beschrieben, liegt daher in Ihrem Verantwortungsbereich. Das Gute an der Verantwortungsübernahme ist jedoch: Sie haben Einfluss und erlebte Gefühle sind somit veränderbar! Was eine bestimmte Situation also für Gedanken und Gefühle in Ihnen auslöst, können Sie beispielsweise mit einem Coaching beeinflussen. Oft erlebt man sich selbst in derartigen Situationen als reaktiv, ein wichtiger Schritt ist jedoch das Anerkennen der eigenen Anteile.

    Wie bereits Eingangs geschrieben, ist eine individuelle Antwort in dieser Form unmöglich. Und ebenso ist es mit einer einfachen Antwort auch nicht getan, denn ich kann hier nichts schreiben, was Sie von heute auf morgen besser mit dieser Situation klarkommen lässt. Verstehen Sie meine Antwort daher bitte eher als richtungsweisend für einen Veränderungs- und Verarbeitungsprozess und nicht als „Lösung“.

    In Ihrer Situation ist es bereits gut, dass Sie nach Quellen ausschau halten, die Sie im Umgang mit dieser unterstützen.

    Freundliche Grüße,
    Gregor Wojtowicz

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