Gewohnheiten ändern – Wie Du destruktive Verhaltensweisen veränderst

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Fast alles, was Du so Tag für Tag machst, machst Du aus Gewohnheit. Psychologen sprechen von mehr als 90 % unseres Denkens und Handelns!

Schwierig wird es nur, wenn Du Verhalten bewusst verändern möchtest. Vielleicht weil Du merkst, mit Deinen bisherigen Methoden entwickelst Du Dich nicht in die Richtung, in die Du Dich entwickeln möchtest. Oder Du hast schlichtweg einige sehr destruktive Gewohnheiten, die Dich nicht nur nicht zu Deinen Zielen bringen, sondern sogar Schaden anrichten.

Rauchen wäre jetzt noch die offensichtlichste schlechte Gewohnheit. Es gibt aber auch vieles, was Dir gar nicht wie eine Gewohnheit vorkommt. Beispielsweise das Festhalten an einer destruktiven Beziehung.

Egal was Dein Verhaltensmuster ist, welches Dich nicht weiterbringt: Wenn Du Dein Leben verändern möchtest, musst Du Deine Gewohnheiten ändern.

Wie Du Routinen durchbrechen und schlechte Angewohnheiten bewusst änderst, erfährst Du im Folgenden.

Routinen durchbrechen - Wie Du Deine Gewohnheiten änderst

Warum ist es so schwer, Gewohnheiten zu verändern?

Vermutlich weißt Du bereits, dass Du Dinge tun solltest, die besser für Dich und die Ergebnisse in Deinem Leben sind. Jedoch nutzen Appelle und Aufklärung nicht, um Deine Routinen und schlechten Angewohnheiten zu ändern. Unser gewohntes Verhalten verändern gute Argumente nicht – denn unsere Routinen entziehen sich schlicht unserem Verstand.

Aber fangen wir erst einmal am Anfang an:

Bei neuen Verhaltensweisen legt unser Körper Spuren in unserem Gehirn an. Und je häufiger Du die Verhaltensweisen wiederholst, desto stärker werden diese Muster.

Viele Deiner Gewohnheiten sind tatsächlich zufällig angelegte Pfade Deiner Kindheit. Ja Du hast richtig gelesen. Vieles von dem, von dem Du glaubst, es macht Dich aus, sind absolute Zufallsprodukte. Es hätte auch völlig anders kommen können, ist es aber nicht.

Zu Beginn, also beim ersten Mal mit Deiner (damals) neuen Verhaltensweise, gab es irgendeinen Auslöser, der Dich dazu gebracht hat, genau so zu handeln. Dann hast Du eine Handlung ausprobiert. Und es kam zu einem Resultat. Oder besser gesagt zu einer Belohnung.

Gewohnheiten ändern: Eine Handlung führt zu einem bestimmten Gefühl

Der Auslöser kann dabei ein bestimmtes Gefühl (Angst, Einsamkeit, Wut etc.), eine Situation (z.B. Stress) oder auch ein sonstiger „Trigger“ sein. Ein Trigger ist dabei alles, was Deine Verhaltensweise auslöst. Das können auch Personen, Orte oder sogar Tages- bzw. Uhrzeiten sein!

Ohne dieses gute Gefühl nach Deiner Handlung, der Belohnung, hätte sich diese Verhaltensweise nicht verfestigt. Hätte Deine Handlung in der besagten Situation nicht irgendeinen Nutzen für Dich gehabt, hättest Du diese sofort verworfen. Die Gewohnheit wäre gar nicht erst entstanden.

Also muss Deine Handlung irgendein Bedürfnis von Dir erfüllt haben.

 

Bedürfnisbefriedigung und biochemische Prozesse

Die Bedürfnisbefriedigung und die damit einhergehende Belohnung sorgte dafür, dass körpereigene Botenstoffe ausgeschüttet wurden. Diese haben wiederum dafür gesorgt, dass Du Dich zum einen gut gefühlt hast, zum anderen aber auch der Auslöser mit der Handlung und der Belohnung assoziiert wurde.

Es wurde also in Deinem Kopf eine Verbindung hergestellt: Situation + Handlung = Belohnung.

Falls Dich die neuronalen und chemischen Details dazu interessieren, findest Du diese in den sehr lesenswerten Büchern

 
Wichtig ist für den Moment bloß, dass Du verstehst, dass dieses gute Gefühl dafür sorgte, dass Du nun bei einem bestimmten Auslöser ein bestimmtes Verhalten an den Tag legst. Und durch die (damalige) Belohnung nun ein starker neuronaler Pfad entstanden ist.

Das „damalige“ ist in Klammern, weil sehr gut sein kann, dass Du mittlerweile noch nicht mal mehr das gute Gefühl von damals verspürst. Das hängt damit zusammen, dass ein Gewohnheitseffekt einsetzt und das ausgeschüttete Dopamin („Glückshormon“) abnimmt. Sogar so weit, das in der gleichen Situation mit der selben Handlung überhaupt kein Dopamin mehr ausgeschüttet wird.

Das ist auch der Grund, warum beispielsweise bei einer Sucht immer größere Mengen benötigt werden, um das gleiche „gute Gefühl“ zu erhaschen.

Dennoch ist die Handlung bei bestimmten Auslösern fest verankert in Deinem Gehirn – selbst wenn das gute Gefühl mittlerweile ausbleibt.

 

Wie Du langsam die Kontrolle verloren hast

Zu Beginn war Deine Handlung noch bewusst gewählt. Es gab noch keine unterbewussten Automatismen, auf die Du zurückgreifen konntest.

Auch wenn wir gerne behaupten, dass wir so rationale Wesen sind, sind wir biochemisch nichts anders als Pawlowsche Hunde.

Jedes Mal, wenn Du nun Deine Handlung wiederholt hast in der bestimmten Situation, wurde diese ein wenig unbewusster. Dopamin und andere Botenstoffe sorgten dafür, dass Du immer weniger darüber nachdenken musst, was Du tust.

Bis Du überhaupt nicht mehr nachdenkst, sondern von Impulsen (Situation ➔ Handlung) gesteuert wirst. Es sind nun unbewusste Routinen.

Und das ist auch gut so. Denn stell Dir mal vor, Du müsstest über all diese Dinge nachdenken, die Du tust. Das würde sehr viel Energie kosten. Und wir sind energiesparende Wesen 😉

Mach Mal einen kleinen Test: Falte Deine Hände wie beim Beten ineinander, sodass die Finger ineinander greifen und ein Daumen über dem anderen liegt!

Wie viel hast Du darüber nachgedacht, dass genau die eine Hand oben ist?

 
Gewohnheiten ändern – Die Hände mal anders als gewohnt falten

Nun positioniere die Hände genau anders herum. D.h. falte Deine Hände so, dass nun Dein anderer Daumen oben ist als der gewohnte.

Wie fühlt sich das an?

Irritierend? Ungewöhnlich?

Es gibt Studien, die genau das untersucht haben. Es dauert bis zu zwei Wochen (!), dass es sich nicht mehr merkwürdig anfühlt, Deine Hände auf diese neue Weise zu falten.

Dein Gehirn mit seinen Gewohnheiten schleudert bei jedem Mal Warnsignale heraus: „Etwas ist anders als sonst! Hier stimmt was nicht!“

Und das beim Übereinanderlegen Deiner Daumen!

Deine Gewohnheiten sind mittlerweile einfach nahezu komplett unbewusste Prozesse. Egal ob es sich dabei um bestimmte Handlungsweisen handelt, Dein Kommunikationsverhalten, Dein Verhalten im Streitfall etc.

Jetzt hast Du hoffentlich eine Idee davon, warum es so schwer ist, Gewohnheiten zu verändern.

Wie Du es aber dennoch schaffst, genau darum soll es jetzt gehen.
 

Das Ändern Deiner Gewohnheiten

Insgesamt geht es beim Ändern von Gewohnheiten darum, das Reiz ➔ Reaktionsmuster zu durchbrechen. Bzw. neue Gewohnheiten zu trainieren und zu etablieren.

Wie oben beschrieben, gibt es psychologisch gesehen

  • (1) einen bestimmten Reiz oder eine bestimmte Situation (das kann auch ein unerfülltes Bedürfnis sein),
  • (2) was zu einer bestimmten Handlung animiert und
  • (3) ein bestimmtes Gefühl / eine Belohnung.

Laut Charles Duhigg (Autor von „Die Macht der Gewohnheit“) können wir an dem Auslöser (1) nicht sonderlich viel verändern.

Es wird immer mal Stress geben. Wir werden uns immer mal wieder schlecht fühlen. Irgendwas im Außen wird uns triggern. Oder wir haben einfach bestimmte Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen.

Und auf das Gefühl der Belohnung (3) können oder wollen wir auch nicht verzichten.

Wir können Verhaltensweisen also nicht löschen. Zu stark sind diese neuronal verankert.

Jedoch können wir neue, bessere Gewohnheiten etablieren!

Unsere einzige echte Chance ist es, uns zu überlegen, mit welcher Handlung (2) wir in einer bestimmten Situation (1) zu einem ähnlichen Ziel, der Belohnung (3), kommen.

Gewohnheiten ändern: Neue Handlungen etablieren

Das ist auch einer der Gründe (die anderen werden wir weiter unten betrachten), warum Neujahrsvorsätze a la „Ich höre mit dem Rauchen auf“ scheitern. Es gibt kein Verhalten, was zu der gewünschten Belohnung führt. Einfach ein Verhalten sein zu lassen, damit ist es nicht getan. Zu stark wird irgendwann das Bedürfnis nach der gewohnten Belohnung.

 

Welche Handlung führt zum gleichen / ähnlichen Ziel?

Hier kannst Du jedoch ansetzen: Überlege Dir bei Deinen Verhaltensweisen, was eigentlich genau Dein Ziel ist!

Bei der Kippe könnte es der Moment des „entspannen“ sein. Die fünf Minuten Pause von Deinen Arbeitskollegen. Oder das gute Gefühl, mit Deinen Kollegen zu quatschen.

In einem Streit beispielsweise, wenn Du laut oder aggressiv wirst, ist Dein Ziel vermutlich, gehört zu werden oder Deine Bedürfnisse zu schützen.

Irgendwann in Deiner frühen Kindheit hast Du vielleicht gelernt, dass Du durch Aggression Deine Bedürfnisse durchsetzen kannst.

Du kannst nicht verhindern, dass es in Deinem Leben zu Interessenskonflikten kommt (das wäre der Auslöser). Und Deine Bedürfnisse zu schützen ist ebenfalls Dein gutes Recht (das wäre die Belohnung). Du kannst nun aber darüber nachdenken, welche anderen Handlungen Du in Streits etablieren möchtest, um genauso Deine Bedürfnisse zu schützen.

Oder möglicherweise hast Du als Kind gelernt, dass Du in bestimmten Stresssituationen (= Auslöser), mit einer Lüge (Handlung) Deine Angst reduzieren konntest oder Dich vor ungewollten Konsequenzen schützen konntest (= Belohnung).

Das Du jedoch in diesem Beispiel (und in dem davor) andere Menschen verletzt und auch Deine Beziehungen auf Spiel setzt, ist Dir kognitiv klar. Aber zu stark sitzt Dein kindliches Verhaltensmuster in Deinem Mark und deshalb ist es auch so schwer, dieses zu ändern.

Na toll! Weiter oben sage ich Dir, dass Deine Gewohnheiten teilweise unbewusst sind und nun sage ich Dir, Du sollst darüber nachdenken, welche Verhaltensweisen besser sind?

Vermutlich weißt Du das bereits. Aber wie kannst Du nun tatsächlich Deine destruktiven Verhaltensweisen verändern?

 

Tipps zum Ändern Deiner Gewohnheiten

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt nicht den einen Trick, den Du jetzt anwenden kannst und ab sofort fällt es Dir leicht.

Deine schlechten Gewohnheiten haben sich über viele Jahre eingebrannt und es ist mit Aufwand verbunden, diese zu ändern.

Aber die Gute Nachricht ist: Sobald Du die Tipps im Folgenden anwendest, wird es Dir gelingen!

 

Einfach machen!

Gewohnheiten zu verändern ist ein Prozess. Genau wie in dem Beispiel mit Deinen Daumen, fühlt es sich zuerst komisch an, ein neues Verhalten an den Tag zu legen. Dein altes Verhalten ist chemisch mit der erwarteten Belohnung verknüpft.

Wähle bewusst ein Verhalten aus, welches Du in bestimmten Situationen statt Deiner schlechten Gewohnheiten machen willst! Und nun gilt es einfach zu akzeptieren, dass es (zu Beginn! Dazu später mehr) nicht denselben „Kick“ gibt bei Deiner neuen Verhaltensweise.

Das ist der Grund, warum wir so häufig wieder in unser gewohntes Muster zurückfallen. Dieses funktioniert für uns und hier fühlen wir uns sicher. Jedoch werden auch bei Deinen neuen Verhalten neue neuronale Pfade anlegt.

Mach also einfach die Dinge, von denen Du weißt, diese sind gut für Dich! Auch wenn es sich nicht gleich gut anfühlt zu Beginn, wie bei Deinen alten Gewohnheiten.

 

Wiederholen! – Gewohnheiten ändern dauert mindestens 30 Tage

Dein altes Verhalten hast Du hunderte, wenn nicht sogar tausende Male gemacht. Diese sind quasi auf Autopilot in Deinem Gehirn.

Um dem jetzt eine neue Gewohnheit entgegenzusetzen, muss diese eine realistische Chance haben.

Neue Verhaltensweisen wollen eingeübt werden, damit auch diese mit positiven Gefühlen verbunden werden. Mach einfach die Dinge, die Du oben definiert hast, um Deinen Zielen näherzukommen. Auch, wenn sich diese zu Beginn nicht gut anfühlen. Und wiederhole sie. Immer und immer wieder.

Es wird eine Weile dauern, Deine Handlung mit gutem Gefühl zu assoziieren. Es gibt verschiedene Ansichten zu der Dauer, bis eine neue Gewohnheit etabliert ist, jedoch ist die kürzeste mindestens 30 Tage.

So lange dauert es, bis sich chemisch in unserem Kopf etwas einnisten kann. Dies zu wissen wird Dich über die Zeit bringen in der es sich noch ungewohnt und schlichtweg komisch anfühlt. Aber nach ca. dieser Zeit passiert etwas Interessantes: Du brauchst nicht mehr die bewusste Anstrengung, Deine neue Gewohnheit durchzuführen. So langsam wird die neue Verhaltensweise zum Autopilot.

Das ist genau dergleiche Prozess, mit dem auch Deine schlechte Gewohnheit entstanden ist.

Und zusätzlich wird Deine Gehirnchemie nun Dein neues Verhalten fester verankern, weil nun auch das Gefühl der Selbstwirksamkeitserfahrung dazukommt. Du schüttest nun also jedes Mal Glückshormone bei Deinem neuen Verhalten aus, weil Du Dich darüber freust, Dir ein Ziel gesetzt zu haben und es durch Deine eigene Willensstärke erreicht zu haben. Das ist Selbstwirksamkeit! Sie wird dafür sorgen, dass Du Dein neues Verhalten mit dem Erreichen Deiner Ziele verknüpfst.

 

Aushalten!

Weiter oben habe ich es bereits angesprochen: Auch eine realistische Erwartung zu haben und auch auszuhalten, dass es „schwierig“ wird, ist ebenfalls wichtig.

Du willst ein gewohntes Muster durchbrechen. Eine zu hohe Erwartungshaltung wie „Ich probiere das jetzt paar Tage und dann sollte das auch klappen“ wird Dich eher nur frustrieren.

Mach Deine neue Verhaltensweise oft genug und lerne, dass die „unglücklichen“ Gefühle vorübergehen und die alternative Handlung besser ist für Dein Leben. So schaffst Du es, neuen Schaltkreise aufzubauen.

Tatsächlich ist hier „Augen zu und durch“ angesagt. Aber glaub mir, nach einiger Zeit wird es wesentlich besser.

 

Kleine Erfolge feiern!

Du solltest Dich über kleine Siege und Fortschritte freuen!

Wir neigen dazu, bei Dingen die „schlecht“ gelaufen sind, ziemlich viel Aufmerksamkeit und Energie zu verschwenden. Jedoch solltest Du bei „Gewinnen“ ebenso verweilen, wie Du es bei „Niederlagen“ tust.

Sich über Kleinigkeiten zu freuen, löst mehr Dopamin aus, als Freude für „große“ Errungenschaften aufzusparen. Große Errungenschaften machen Dich nicht ewig glücklich. Wir überschätzen die Dauer und die Intensität von diesen. Wenn Du Glücksgefühlen immer an ein weit entferntes Ziel knüpftest, bleibst Du im Hier und Jetzt niedergeschlagen.

Lerne, glücklich mit Deinen Fortschritten zu sein! Selbst, wenn sie noch so klein sind. Es müssen auch nicht jedes Mal die Sektkorken knallen. Aber erlaube Dir, Dir für einen Moment das Gefühl zu erlauben, etwas erreicht zu haben – und dieses Gefühl zu genießen. Es kostet Dich nichts und häuft keine unnötigen Kalorien an 😉

Und kein Erfolg ist zu gering! Versau Dir diese Dopamin-Erfahrung nicht, weil Du Dein Erreichtes als Trivialität abstempelst!

Empfindest Du Dich z.B. als chaotisch oder unordentlich, dann beginne, eine oder zwei Dinge wegzuräumen. Das war’s. Und freu Dich über diesen kleinen Erfolg.

Am Anfang ist es vielleicht komisch, sich jedes Mal auf die Schulter zu klopfen. Aber mach dennoch weiter. Denn genau darum geht es: Gewohnheiten zu verändern und Dein Gehirn neu zu verdrahten.

Nur Du entscheidest, ob Dein Beitrag wertvoll ist oder nicht – und bekommst als Konsequenz genau die Gefühle passend zu Deinen Gedanken.

Du kannst Dich für Deine Erfolge sogar belohnen! Damit verstärkst Du Dein neues Verhalten sogar positiv.

 

Kleine Schritte machen!

Gehe mit kleinen Schritten auf Dein Ziel zu!

Es muss weder viel Zeit noch Geld kosten. Aber jeden Tag ein paar Minuten an Deinen neuen Gewohnheiten zu arbeiten wird Dich bereits an Dein Ziel bringen. Kontinuität ist der Schlüssel.

Zehn Minuten reichen nicht aus, um Berge zu versetzen. Aber sie reichen, sich dem Berg zu nähern!

Definiere durchführbare Schritte, statt auf den großen Sprung zuwarten! Und dann heißt es Handeln, nicht bloß darüber nachdenken. Verschwende nicht Deine Energie in Fantasien, was Du alles machen könntest und was Du dann hättest und wer Du dann wärst.

Mach einfach! In kleinen Schritten an Deiner Vision zu arbeiten ist viele Male besser, als nur darüber zu sinnieren.

Bei dem Beispiel oben mit der Unordnung ist es ein Teil hier, was Du wegräumst, dann noch eins und noch eins … und eh Du Dich versiehst, ist Ordnung um Dich herum.

Halte Dich ans blanke „Machen“ gepaart mit Kontinuität und Du kannst Deine Ziele nicht nicht erreichen. Etwas kontinuierlich zu tun (und aus Feedback zu lernen) führt zu Meisterschaft. Es geht gar nicht anders.

Stell Dir mal vor, Du würdest jeden Tag 20 Minuten Sport machen. In Kombination mit der richtigen Ernährung kann Dein Körper gar nicht anders, als fit zu werden.

Oder Dich täglich 15 Minuten mit einem Thema zu beschäftigen. Bereits in kurzer Zeit wärst Du ein Experte in dem Gebiet. Und in einem Jahr wären es bereits fast 100 Stunden, die Du Dich in ein Thema vertieft hättest. Überleg mal, wie viele Bücher Du in 100 Stunden lesen könntest.

Und wenn Du meinst, Du hast keine 10 Minuten pro Tag, dann ist der erste Schritt, Dein Zeitmanagement zu optimieren 😉

 

Etabliere Microroutinen!

Und es geht noch kleiner: Selbst innerhalb Deiner einen, neuen Gewohnheit kannst Du klein anfangen. Du kannst „Microroutinen“ etablieren.

Eine Microroutine ist eine Routine mit minimalem Aufwand.

Hast Du beispielsweise nie oder kaum Sport gemacht bisher, ist Deine Sporttasche zu packen, Dir einen Trainingsplan zu überlegen, ins Fitnessstudio zu fahren und zu trainieren mit anschließender Heimfahrt und Dusche schon etwas herausfordernd.

Stattdessen könntest Du damit beginnen, jetzt eine Liegestütze zu machen. Eine! Und das war’s. Morgen machst Du dann wieder eine. Und übermorgen wieder eine.

Nicht mehr! Eine Liegestütze pro Tag.

Dafür wirst Du immer die Zeit und Energie haben. Und so schaffst Du es, Dein Gehirn mit minimalem Aufwand umzuprogrammieren. Du wirst Dich daran erfreuen können, eine Verhaltensweise einen Monat durchgezogen zu haben. Das ist genau die Selbstwirksamkeitserfahrung, von der ich oben bereits geschrieben habe.

Dann kannst Du langsam beginnen, Deine Routinen auszubauen, bist Du beispielsweise tatsächlich ins Fitnessstudio fährst und vollständig trainierst.

Microroutinen klingen auf den ersten Blick lächerlich. Was soll eine Liegestütze denn bringen, fragst Du Dich vielleicht.

Es ist vor allem die Musterunterbrechung und das Feiern von kleinen Erfolgen, was Du damit trainierst.

 

Bleib souverän bei Rückschlägen!

Du bist gerade dabei, tief eingefahrene Verhaltensmuster zu ändern. Da kann es schon mal sein, dass Dir das nicht immer zu 100 % gelingen wird.

So ist das nun mal. Jedoch ist das Geheimnis, einfach weiter an der neuen Gewohnheit zu arbeiten.

Tatsächlich wurde in Studien gezeigt, dass die ein oder andere Ausnahme vor allem zu Beginn den Lernerfolg nicht beeinträchtigt. Es kommt vor allem auf die Wiederholungen an, bis sich neue Gewohnheiten setzen.

Du solltest Dich also nicht lange mit Deinen „Rückschlägen“ beschäftigen. Blöd gelaufen, Haken dran und Blick nach vorne! Und vor allem, dennoch weitermachen!

 

Bleib einfach dran!

Hatten wir diesen Tipp nicht schon?

Ja! Aber er ist derart wichtig, dass ich ihn nur wiederholen kann. Genau wie Du Deine neue Gewohnheit wiederholen solltest 😉

Es wäre schön, wenn uns jeder Schritt Spaß machen würde oder uns ständig Applaus der anderen sicher wäre, für das, was wir tun. Aber mach auch weiter, wenn dem nicht so ist!

Du probierst etwas Neues aus und dieser Pfad ist (noch) nicht angelegt. Es braucht zum einen Zeit und zu anderen kannst Du nicht erwarten, bei den ersten Malen das gleiche Hochgefühl zu bekommen wie bei Deinen bestehenden Routinen.

Der Grund liegt an der neuronalen Datenautobahn, die mit der alten Gewohnheit verknüpft ist. Deine Gewohnheit ist ja per Definition zur Gewohnheit geworden, weil Du sie häufig wiederholt hast und in Deinem Gehirn bestimmte Reize mit einer bestimmten Handlung und auch mit bestimmten Belohnungen (Glückshormonen) verknüpft sind.

Im Klartext: Willst Du beispielsweise abnehmen, wird es sich nicht genauso gut anfühlen, an Karotten zu knabbern wie an einem Eis zu schlecken.

Aber wenn Du dieses Verhalten paar Mal gemacht hast, verknüpft sich langsam das gute Gefühl, Deinen Zielen näherzukommen mit der Karotte. Und irgendwann wird das so stark verankert sein, dass die Karotte Dir mehr Freude bring als das Eis.

Wenn Du gerade noch dabei bist, eine neue Gewohnheit zu etablieren, mag Dir diese Vorstellung vielleicht komisch vorkommen. Ja geradezu unvorstellbar. Immerhin sind Deine aktuellen (möglicherweise nicht zielführenden) Handlungen ja mit Deinem Belohnungssystem verknüpft. Und dieses Unvorstellbare ist genau einer der Gründe, warum Du auch bei Deinen Gewohnheiten bleibst und Dich nicht veränderst.

Aber vertrau mir, wenn Du Handlungen umprogrammieren möchtest, ist Akzeptanz, dass es sich am Anfang etwas komisch anfühlen wird und stetige Wiederholung genau der Schlüssel, um das Muster zu durchbrechen.

Einfach machen und durchziehen! Es ist tatsächlich so einfach. Deine Biochemie wird Deiner Willensstärke folgen.

Nun geht es nur noch darum, die Willensstärke aufzubringen und anzufangen, neue Gewohnheiten aufzubauen, die im Einklang mit Deinen Zielen sind.

Hierfür ist natürlich vorteilhaft, wenn Du Dein Leben reflektiert hast und weißt, was genau Deine Werte aber vor allem auch Deine Ziele sind 😉

 

Ändere nur eine Sache!

Du bist vielleicht auf diese Artikel gestoßen, weil Du mit bestimmten Aspekten Deines Lebens unzufrieden bist. Am liebsten hättest Du möglicherweise einen kompletten Neustart.

Und ja, wenn der Leidensdruck hoch genug ist, erzeugt das Energie zur Veränderung, die Du nutzen kannst.

Trotzdem ist mein Tipp, Dir eine Sache vorzunehmen, die Du ändern willst. Und bei dieser einen neuen Gewohnheit dranzubleiben.

Sonst ist die Gefahr sehr hoch, dass Du Deine Zeit und Energie bei mehreren Dingen verbrauchst und Deine Biologie Dich wieder einholt.

Gewohnheiten ändern ist leicht: Einfach machen und dranbleiben. Aber es ist nicht einfach, sich gegen seine bestehenden Verhaltensmuster und die damit einhergehende Biochemie Deines Körpers aufzulehnen.

Erst, wenn es Dir mit einer Gewohnheit gelungen ist, so starte mit der nächsten!

So krempelst Du Schritt für Schritt Dein Leben um und erreichst Deine Ziele. Ohne die Gefahr zu erhöhen, dass Du für ein paar Tage viele neue Gewohnheiten angehst, aber am Ende doch keine davon umsetzt.

Solltest Du Unterstützung beim Ändern Deiner Gewohnheiten brauchen, so ist vermutlich ein professionelles Coaching eine gute Idee 😉

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Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater, Führungskräftetrainer und systemischer Business Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Führungskräfteentwicklung und Kommunikation.