Kommunikation in der Partnerschaft meistern – Teil 1

 
Kommunikation in der Partnerschaft

Kommunikation in der Partnerschaft fällt vielen Menschen nicht einfach. Wo es Kommunikation gibt, da gibt es auch Missverständnisse. Das wird sich vermutlich nie restlos beheben lassen.

Im Folgenden verrate ich Dir einige Tipps, wie Du in Sachen Kommunikation in der Partnerschaft die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse senken kannst.

Menschen senden und empfangen Zuneigung über verschiedene Kanäle. Manchmal kann es vorkommen, dass Du einfach nicht richtig verstanden wirst – obwohl Du dieselbe Sprache sprichst.

 
Ist es Dir schon mal passiert, dass

  • Du Deiner Partnerin / Deinem Partner behilflich sein wolltest, oder ein Geschenk gemacht hast, aber sie/er nicht so reagiert hat, wie Du es Dir vorgestellt hast?

  • Du Dir extra mal einen Nachmittag freigenommen hast, um Zeit mit Deiner besseren Hälfte zu verbringen, aber so richtig darüber gefreut hat sie/er sich nicht?

  • Du Deiner Partnerin / Deinem Partner auf körperliche Art und Weise Deine Zuneigung zeigen wolltest, dies aber nicht erwidert wurde?

Das Ganze kann ziemlich frustrierend sein. Wenn Du Dir schon einmal die Mühe machst, Deine Zuneigung kund zu tun.

Damit Deine Worte und Gesten in Zukunft besser ankommen, möchte ich mit einer Frage beginnen: Kann es sein, dass Du in solchen Momenten an Deiner Partnerin / Deinem Partner vorbei kommuniziert hast?

 

Kommunikation in der Partnerschaft verstehen

Über Kommunikation in der Partnerschaft wird viel geschrieben. Hier scheint es offensichtlich viele Missverständnisse zu geben. Spätestens seit dem Bestseller „Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus.“ von John Gray und Matthias Schossig weiß die Welt: Männer sind anders. Frauen auch.

Zu verstehen, wie das andere Geschlecht generell so „tickt“, hilft hier schon einmal weiter. Aber wie hilft dieses Verständnis bei einer konkreten Person?

Hier liefert Gary Chapman mit seinen fünf Sprachen der Liebe erstaunlich konkrete Abhilfe. Auch, wenn er sich auf die Kommunikation in der Ehe bezieht, sind meiner Meinung nach seine „fünf Sprachen“ in allen Paarbeziehungen zu finden. Nur eben mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Obwohl ich nicht in allen Punkten mit Chapman übereinstimme (er wirkt auf mich recht konservativ und scheint ein stark religiös geprägtes Menschenbild zu haben), so halte ich seine Einteilung der Kommunikationstypen für nützlich.

Laut Chapman gibt es, wie der Titel seines Buches bereits verrät, fünf „Sprachen“ der Liebe. Unter Sprache versteht er die Art und Weise, auf denen Du Liebe kommunizieren und empfangen kannst.

Diese fünf Arten möchte ich Dir nun im Folgenden vorstellen:

 

1) Hilfsbereitschaft

Du kannst Zuneigung und Liebe kommunizieren, indem Du anderen hilfst. Bei jemandem, dem Hilfsbereitschaft wichtig ist, löst eine erhaltene Hilfe, auch wenn diese noch so klein ist, ein Gefühl von Verbundenheit aus. Daher können Menschen, die viel Wert auf Hilfsbereitschaft legen, Hilfe auch gut ohne Scham oder falsche Bescheidenheit annehmen. Dieselben Menschen drücken selbst oft ihre Zuneigung aus, indem sie anderen Leuten helfen.

Du kannst also eine Unterstützung sein, wenn Dein Gegenüber Deine Zuneigung besonders stark auf diese Art empfängt. Dies können auch Kleinigkeiten sein, wie z. B. den Nachtisch vorbereiten, während Deine Partnerin kocht. Oder auch einfach mal irgendetwas sauber machen, so dass sie sich freut.



Jedoch sollte übertriebene Hilfsbereitschaft nicht zur Selbstaufgabe führen oder Deine Partnerin / Deinen Partner zur Unselbstständigkeit erziehen 😉

 

2) Geschenke

„Geschenke erhalten die Freundschaft“, sagt der Volksmund. Mit kleinen Gesten kann man(n) seine Wertschätzung ausdrücken. Vielen Menschen macht es (aus diversen Gründen) große Freude, Geschenke zu erhalten. Und ebenso große Freude, Geschenke machen zu können.

Wenn Deiner Partnerin / Deinem Partner Aufmerksamkeiten in der Form von Geschenken wichtig sind, dann solltest Du einfach ab und an eine Kleinigkeit mitbringen. Dies kommt vor allem gut an, wenn es unerwartet ist.

Denk jetzt aber bloß nicht, dass es immer gleich teurer Schmuck oder Überraschungsreisen sein müssen. Sollte Dein Gegenüber nur darauf Wert legen, solltest Du Dir generell überlegen, warum ihr eigentlich zusammen seid!

Geschenke zu machen muss Dich nichts kosten. Bereits eine gepflückte Blume von einer Wiese kann beispielsweise Deine Partnerin zum Strahlen bringen. Oder z. B. ein mitgebrachter Kaffee Deinen Partner erfreuen. Viel wichtiger, als der materielle Wert, ist die Geste: „Ich denke an Dich / Du bist mir wichtig“.

 

3) Worte der Zustimmung / Bestätigung

Jeder Mensch möchte Wertschätzung erhalten, als wertvoll und als kompetent wahrgenommen werden. Selbst Maslow hat Wertschätzung in seine Bedürfnispyramide eingebaut.

Jedoch ist bei einigen Menschen das Bedürfnis besonders groß, dass andere Menschen einen loben. Diese Menschen lieben es, von anderen für ihre Fähigkeiten und Besonderheiten wertgeschätzt zu werden. Wenn man es diesen Menschen auch noch verbal sagt (man kann Anerkennung natürlich auch nonverbal ausdrücken, dazu später mehr), so fühlen diese sich besonders geliebt. Worte der Zustimmung bestätigen den Wert des anderen Menschen.

Ist dieser Stil bei Deiner Partnerin / Deinem Partner stark ausgeprägt, so kann es bereits sehr motivieren, wenn Du einfach nur sagst, dass Du an sie / ihn glaubst und stolz bist. Oder auch mal durchblicken lässt, wie cool Du ihren Stil findest. Oder die Tatsache, wie liebevoll er immer die Details beim Essen anrichtet. Vor allem bei Menschen mit stärker ausgeprägtem Narzissmus können Worte der Bestätigung Wunder wirken.

Spare Dir aber nette Worte, wenn Du diese nicht so meinst! Nur wenn sie ernst gemeint sind und von Herzen kommen, wirken sie auch!

Sollte Dir die verbale Art der Anerkennung fremd sein, weil Du es z. B. von Haus aus nicht gewohnt bist, solltest Du dringend Deinen aktiven Wortschatz aufstocken und Deine Kommunikation aufbessern!

 

4) Zweisamkeit (Quality time)

Einige Menschen fühlen sich geliebt, wenn man sich voll und ganz auf sie einlässt. Eine echte Begegnung, ohne einen Fernseher, der im Hintergrund läuft oder Handys, die jeden zweisamen Moment unterbrechen.

Diese Menschen zeigen auch selbst ihre Zuneigung, indem sie ihre Zeit und Aufmerksamkeit anderen Personen schenken. Da kann auch schnell mal ein ganzer Abend damit zugebracht werden, sich einfach nur auszutauschen.

Einfach nur zusammen im selben Raum zu sein, zählt dabei natürlich nicht als Zweisamkeit. Erst ungeteilte Aufmerksamkeit macht die gemeinsame Zeit zur „Quality time“, wie es im englischen Original heißt.

Der beste Weg, wie Du Menschen mit diesem bevorzugten Stil der zwischenmenschlichen Kommunikation Deine Zuneigung zeigst, ist, einfach voll und ganz für sie da zu sein. Leg Zeitung, Handy, Tablet etc. zur Seite und sei einfach nur präsent. Auch kleinere, gemeinsame Unternehmungen entfalten hier besondere Wirkung.

 

5) Körperliche Zärtlichkeit

Nicht umsonst hat der menschliche Körper ein dichtes Netzwerk an sensorischen Rezeptoren (Hautsinne), die sehr empfindlich auf Berührungen, Druck und Zärtlichkeiten reagieren. So zeigen unsere Berührungen Trost, Unterstützung, Zuneigung, Anerkennung, Leidenschaft und vieles mehr.

Menschen mit einem ausgeprägtem Bedürfnis nach Zärtlichkeit möchten oft berührt oder in den Arm genommen werden. Sie zeigen ihre Zuneigung auch oft, indem sie selbst viel über Berührungen kommunizieren.

Wenn Deine Partnerin oder Dein Partner also viel Wert auf Zärtlichkeiten legt, solltest Du sie / ihn oft und ungefragt liebkosen. Z. B. seine Hand nehmen, sie an der Hüfte berühren, Dich an sie / ihn kuscheln, zusammen Tanzen gehen etc. Jedes noch so kleine körperliche Entgegenkommen wird das Gefühl der Nähe vermitteln.

 

Die Sprache des anderen sprechen

Auch wenn Du Deine Partnerin bzw. Deinen Partner liebst, reicht das manchmal nicht aus. Es kann Situationen geben, in denen Deine Liebe nicht ankommt, Dein Gegenüber Dich quasi nicht versteht.

So kommt es, dass Du manchmal von Deiner Partnerin zu hören bekommst: „Ich habe manchmal das Gefühl, dass Du mich gar nicht richtig liebst“. Und Du Dir denkst: „Wie kannst Du das sagen, letzte Woche habe ich Dir doch Blumen mitgebracht?“ (Geschenke). Oder „Ich hab extra unsere Steuererklärung gemacht, damit Du das nicht mehr tun musst“ (Hilfsbereitschaft). Oder auch „Erst vor ein paar Tagen habe ich Dir gesagt, wie wichtig Du mir bist!“ (Worte der Bestätigung).

Vermutlich hast Du einfach nicht ihre Sprache gesprochen. Sie wollte beispielsweise „einfach nur mal in den Arm genommen werden“ (körperliche Zärtlichkeit) oder „Deine ungeteilte Aufmerksamkeit genießen“ (Zweisamkeit).



Nur weil Du eine oder zwei dieser Sprachen bevorzugst, heißt das nicht, dass dasselbe für Deine Partnerin gilt!

Das Geheimnis für eine gelungene Kommunikation in der Partnerschaft ist, genau das Bedürfnis des anderen zu adressieren.

 

Fazit

Jeder von uns kommuniziert und versteht im Prinzip alle fünf „Sprachen“. Das Besondere ist aber, dass so gut wie jeder ein bis zwei dieser Sprachen bevorzugt. D. h. über diese Kanäle besonders empfänglich ist. Kommunikation in der Partnerschaft auf den anderen Kanälen kommt daher manchmal einfach nicht an.

Wenn Du also möchtest, dass sich Deine Partnerin bzw. Dein Partner von Dir geliebt fühlt, so musst Du Deine Zuneigung auch in der Sprache ausdrücken, über die sie/er diese besonders gut empfängt!

Idealerweise hast Du jemanden an Deiner Seite, der genau über dieselben Kanäle wie Du Zuneigung kommuniziert und empfängt. In diesem Fall ist Kommunikation in der Partnerschaft besonders einfach, so dass es meistens gar nicht zu Missverständnissen kommt.

Für den Fall, dass ihr über verschiedene Kanäle kommuniziert, kannst Du Dich nun aber leicht darauf einstellen. In beiden Fällen aber solltest Du Dir Gedanken machen, was eigentlich Dein bevorzugter Kanal ist! Ebenso hilft es natürlich, Deinem Gegenüber mitzuteilen, was bei Dir besonders gut ankommt 😉

Du siehst also, dass es manchmal nur technische Feinheiten sein können, die dafür sorgen, dass sich jemand geliebt und wertgeschätzt fühlt – oder eben nicht. Natürlich wird ein besseres Verständnis davon, wie Menschen Liebe geben und empfangen, nicht automatisch sämtliche Probleme einer Beziehung beheben können. Wer Liebe jedoch so bewusst lebt, erhält auch Liebe zurück.

Wie Du die Kommunikation in der Partnerschaft noch besser gestalten kannst, erfährst Du im zweiten Teil aus der Reihe. Hier geht es nämlich darum, wie Du Deine eigenen Bedürfnisse besser mitteilst.

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Weitere Informationen und Tipps zum Thema Kommunikation in der Partnerschaft findest Du auch auf perfekte-beziehung.com

(Quelle: „Die fünf Sprachen der Liebe“ von Gary Champman)


Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle Development Consultants

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater und Business-Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Außenwirkung sowie Selbstmarketing.

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