Körpersprache deuten – Andere Menschen richtig lesen

Körpersprache deuten zu können hat viele Vorteile. Sowohl beim Lesen anderer Menschen als auch beim bewussten Einsatz Diener eigenen Körpersprache.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ lautet ein bekanntes Axiom des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Und tatsächlich sendet unser Körper ständig Signale aus, selbst wenn wir nicht reden. Unsere nonverbalen Signale – auch Körpersprache genannt – sind damit ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation.

Was Deine Körpersprache über Dich verrät und wie Du Signale anderer Menschen besser deuten kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

 

Warum ist Körpersprache so wichtig?

Wie bei den meisten menschlichen Verhaltensweisen und Eigenheiten liegt auch bei der Körpersprache und dem Deuten nonverbaler Signale der Grund für dieses Phänomen in der Evolutionsbiologie.

Überleg doch mal kurz, wo wir Menschen unseren Ursprung haben…

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In solch einer bedrohlichen Umgebung war es überlebensnotwendig, schnell und richtig Gefahren einschätzen zu können. Sind unsere Vorfahren auf andere Menschen getroffen, war es von größter Wichtigkeit zu erkennen, ob die fremde Person einen freundlichen oder feindlichen Gesichtsausdruck hat. Oder ob diese in ihren Händen eine Waffe hält oder unbewaffnet ist. Die eigene Reaktion hing von dem Ergebnis dieser Bewertung ab.

Und auch vor Ausprägung einer Lautsprache mussten sich Menschen innerhalb einer Sippe verständigen können. Um beispielsweise durch Kooperation ihre Überlebenschancen zu erhöhen.

Unsere Vorfahren sind genau die Menschen, die öfter richtig als falsch lagen im Deuten von Gefahren. Und die sozial geschickt waren, sodass wir Menschen im Allgemeinen sehr gut im Deuten nonverbaler Signale sind.

Diejenigen, die beim Deuten von Körpersprache eher schlechte Entscheidungen getroffen haben, hatten weniger Möglichkeiten, Nachfahren zu zeugen.

 

Was sagt die Forschung zur Körpersprache?

Dass unsere Körpersprache heute immer noch einen enormen Anteil unserer zwischenmenschlichen Kommunikation ausmacht, ist unbestritten. Es gibt unzählige Studien, die den Einfluss der nonverbalen Signale auf unsere Wahrnehmung untersuchen.

Albert Mehrabian untersuchte beispielsweise, wie Menschen bei Widersprüchen zwischen gesprochenem Wort und Stimme bzw. zwischen Stimme und Mimik die Glaubwürdigkeit einer Aussage bewerteten. Dabei stellte er fest, dass die Stimmelemente von den Probanden 5,4 mal stärker gewichtet wurden als die Wörter. In einer Folgestudie fand Mehrabian heraus, dass Gesichtsausdrücke 1,5 mal stärkeren Einfluss haben, als die stimmlichen Elemente.

Aus seinen beiden Studien geht also hervor, dass es ungefähr folgende Gewichtung beim Wirkungsgrad einer Botschaft gibt:

Gesichtsausdruck ≙ 1,5 x Stimme und Stimme ≙ 5,4 x Worte (Inhalt)

 
Durch Dreisatz leitet sich die bekannte 7-38-55-Regel der Wirkung einer Mitteilung ab. Dabei steht 55 % für Nonverbal, 38 % für Stimme/Tonfall und 7 % für Worte/Inhalt. Diese 7-38-55-Regel wird heutzutage oft als allgemeingültige Regel für zwischenmenschliche Kommunikation überinterpretiert.

Das ist der Grund, warum immer wieder behauptet wird, dass der Inhalt einer Botschaft nur 7 % ausmacht. Und das Nonverbale ganze 93 %. Dabei bestimmte Mehrabian in seinen Studien lediglich das Wirkungsverhältnis der drei Komponenten untereinander.

Dass neben dem Inhalt jedoch ebenso die nonverbalen Komponenten der Kommunikation Einfluss auf die Wirkung einer Botschaft haben, ist heute unbestritten.

Das Wirkungsverhältnis von Mehrabian ist allerdings kein allgemeingültiges Modell der Kommunikation. Weil Kommunikation immer von spezifischen Kontextfaktoren und von Sender und Empfänger abhängig ist.

Ohne uns nun mit den genauen Zahlen herumzuschlagen, halten wir fest: Bei der Kommunikation schwingt ein (nicht unerheblicher) Teil nonverbal mit.

Über die inhaltlichen Aspekte einer Botschaft habe ich bereits im Artikel über das Kommunikationsquadrat geschrieben.

 

Körpersprache deuten: Die Grundlagen der Körpersprache

Oft werde ich gefragt „Was bedeutet es, wenn jemand die Augenbraue hochzieht?“. Oder „Woran erkenne ich, dass jemand lügt?“.
Dass es darauf keine eindeutige Antwort geben kann, ist Dir hoffentlich klar! Es sind viele Interpretationen und tatsächliche Bedeutungen nonverbaler Signale möglich. Von daher solltest Du Körpersprache nicht zu sehr überinterpretieren. Und erst recht nicht von einem Signal auf eine bestimmte Bedeutung schließen!

Wie weiter oben bereits erwähnt, kommt es immer auf den Kontext an. Und auch auf das Normalverhalten desjenigen, der einen bestimmten Ausdruck macht. Aber dazu später mehr.

 

Möglichkeiten, nonverbal zu kommunizieren

Zur Körpersprache zählen grundsätzlich alle Informationen, die über

  • Mimik,
  • Gestik,
  • Körperbewegungen,
  • Distanz- bzw. Raumverhalten,
  • Haltung,
  • Berührungen,
  • Tonfall, Klangfarbe und Lautstärke der Stimme und sogar
  • Körperinszenierung (Kleidung, Schmuck, Frisur, Tätowierungen…)

übermittelt werden.

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, wie viele verschiedene nonverbale Ausdrucksformen der Mensch also alleine mit seinen über 650 Muskeln hat. In Kombination mit den anderen Faktoren ergibt das eine nahezu unendliche Möglichkeit, nonverbal zu kommunizieren.

Damit Du Dich nun nicht in den Details verfängst, bekommst Du im Folgenden die Grundlagen der Körpersprache. Diese werden Dich auf jeden Fall dabei unterstützen, Körpersprache zu deuten. Egal ob beim Flirten lernen, beim Businessmeeting oder in Verhandlungen.

 

Orientierungsreaktion

Die wichtigste Grundlage der Körpersprache ist die sogenannte Orientierungsreaktion.

Dinge, die uns interessieren oder die wir mögen, ziehen uns an. Dinge, die wir nicht mögen, uns irritieren oder verängstigen, stoßen uns ab. Das ist eine tief in uns verankerte Verhaltensweise, die sich natürlich auch in der Körpersprache ausdrückt.

Eine sinnvolle und überlebenswichtige Reaktion auf Unangenehmes oder potenziell Bedrohliches ist daher, auf Distanz zu gehen.

Beobachtest Du Distanzverhalten bei anderen, so bedeutet dies meist, dass sich derjenige unwohl fühlt, unzufrieden oder desinteressiert ist. Dies kann sich darin äußern, dass derjenige (ein wenig, meist unbewusst) auf Abstand geht. Z.b. sich leicht zurücklehnt, sich wegdreht oder sich auf sonstige Art und Weise „schützt“.

Beispielsweise wenn Du mit jemanden am Tisch sitzt, und dieser Gegenstände zwischen euch schiebt („mauert“) oder „Dir die kalte Schulter zeigt“ (sich also wegdreht).

Vor allem unsere Füße zeigen oft in die Richtung, in die wir wollen. Kommst Du beispielsweise in ein laufendes Gespräch zweier Personen hinzu, diese drehen sich Dir jedoch nur mit ihren Köpfen oder Oberkörpern zu, so kannst Du davon ausgehen (natürlich immer unter Beherzigung weiterer Signale und dem Kontext), dass Du wahrscheinlich nicht erwünscht bist.

Würden die zwei Personen sich Dir auch mit den Füßen zuwenden und nun quasi ein Gesprächsdreieck öffnen, so wäre das ein viel positiveres Signal.

Bei Antipathie weisen die Füße oft in Richtung des nächsten Ausgangs. Es kann aber auch sein, dass die Person, die die Füße wegdreht, noch einen anderen Termin hat und unter Zeitdruck steht. Weggedrehte Füße signalisieren daher oft, dass die Person gehen möchte oder gerne woanders wäre, auch wenn der Rumpf (noch) zugedreht ist.

Stell Dir mal vor, Dich spricht jemand auf der Straße an und fragt nach dem Weg. Höchstwahrscheinlich wendest Du dieser Person nur den Oberkörper zu. Die Füße signalisieren „Ich bin jederzeit bereit, weiterzugehen“. Es sei denn, Du findest die Person attraktiv, dann wirst Du Dich dieser vermutlich komplett zuwenden. Erinnere Dich, wenn wir etwas anziehend finden, wenden wir uns zu 😉

Die Orientierungsreaktion gibt Dir ein zuverlässiges Indiz, wie jemand generell zu Etwas oder Jemanden steht. Achte daher auf Zu- oder Abwendung und auch Hin- oder Weglehnen!

 

Territorialverhalten

Das Territorialverhalten bezeichnet das Einnehmen von Platz. Also ob jemand Raum für sich beansprucht oder eben nicht.

Dies ist meistens eine Dominanzgeste und hat etwas mit Macht zu tun. Das „sich breit machen“ und Ausbreiten von Gegenständen (Aktentasche etc.) gehören hierzu.

Dominanzgesten und Revierverhalten lassen sich nicht nur wunderbar in der Tierwelt beobachten, sondern auch bei uns Menschen.

Wir nehmen für gewöhnlich umso mehr Raum ein, je höher wir uns in einer sozialen, materiellen oder hierarchischen Rangfolge befinden. Mehr Raum einzunehmen wirkt selbstsicher und selbstbewusst.

Beobachte nur mal typische „Alphatiere“ wie hochrangige Manager. Diese beanspruchen nicht nur große Büros und dicke Autos, sondern auch Raum in Konferenzen, Flugzeugen oder Restaurants.

Und diese Anspruchshaltung gilt nicht nur in der Raumdimension, sondern auch in der Zeitdimension. Für gewöhnlich haben von sich selbst überzeugte Menschen mehr Redeanteil. Beispielsweise mehr Wortbeiträge in Besprechungen.

Auch gestehen sich selbstsichere Menschen sich selbst mehr zu. Beispielsweise den Blick schweifen zu lassen „als gehöre einem der Raum“ oder hinzuschauen, wohin sie möchten. Ein fester Augenkontakt gehört daher ebenfalls zum Territorialverhalten („Ich schaue hin, wohin ich will!“).

Schüchterne oder ängstliche Personen werden den Kopf tendenziell eher senken und wegschauen / Blickkontakt vermeiden. Dies ist eine Orientierungsreaktion („Ich schaue weg, es irritiert mich.“) in Kombination mit dem Gegenteil einer Anspruchshaltung („Es steht mir nicht zu.“).

Das Gegenteil eines selbstbewussten Territorialverhaltens ist das „sich klein machen“. Während selbstbewusste Menschen tendenziell breitbeinig dastehen, sich locker über Gegenstände lehnen oder sich lässig anlehnen sowie ihre Brust breit machen, werden schüchterne und unsichere Personen eher versuchen, möglichst wenig Raum für sich zu beanspruchen. Und bloß nicht in das „Revier“ anderer einzudringen.

Schau Dich mal in der Straßenbahn um, wie zusammengekauert manche Menschen dasitzen! Aber auch hier ist natürlich ein Signal alleine nicht ausreichend für eine Interpretation wie „Der ist nicht selbstbewusst“. Vielleicht ist dieser Person auch einfach nur kalt, oder sie ist wegen irgendetwas deprimiert („Schultern hängen lassen“). Oder einfach nur müde.

Die Botschaft beim Beanspruchen von Raum und Zeit ist immer „Ich bin wichtig und mir steht das zu.“ Dies wird typischerweise als selbstsicher und dominant wahrgenommen. Manchmal sogar als arrogant („Was glaubt der, wer er ist?“).

Um selbst als selbstsicherer wahrgenommen zu werden, solltest Du daher versuchen, selbst ein wenig mehr Raum zu beanspruchen. Aber übertreib es nicht! Aufgesetztes Macho-Gehabe wirkt affig.

 

Individualdistanz

Die Individualdistanz ist eng verknüpft mit dem Territorialverhalten. Dabei handelt es sich um das Raumbedürfnis des Einzelnen. Das Fachgebiet der Proxemik untersucht und beschreibt die Signale von Individuen, die sie durch das Einnehmen einer bestimmten Distanz zueinander austauschen.

Generell unterscheidet man vier Distanzzonen.

  • Nachstehende Bezugspersonen lassen wir eher näher an uns heran (Intimdistanz).
  • Normale Konversationen führen wir ungefähr auf Armlänge Abstand (Persönliche Distanz).
  • Zu fremden Personen halten wir eher größeren Abstand (soziale Distanz).
  • Und alles darüber hinaus bezeichnet man als öffentliche Distanz.

Wenn Du z.B. Dein Badetuch an einem nicht zu vollen Stand ausbreitest, wirst Du (meist unbewusst) darauf achten, nicht zu nahe an Deinem Nachbarn zu liegen. Dies ist ein Beispiel für Einhaltung der öffentlichen Distanz.

Jedoch sind diese Zonen zwischen Menschen und Kulturen unterschiedlich. Manche fühlen sich schneller „auf die Pelle gerückt“ als andere. Dringen Menschen ungewollt in „unseren Raum“ ein, so erzeugt dies Stress.

Die Individualdistanz ist daher ein gutes Anzeichen dafür, wie nahe sich Personen stehen. Denn nur Personen, die wir mögen, würden wir nahe an uns heranlassen.

Daran kann man bspw. gut erkennen, ob sich Paare auseinandergelebt haben. Denn diese distanzieren sich zunehmend körperlich voneinander (Individualdistanz). Und wenden sich höchsten noch mit dem Kopf zu, nicht mehr mit dem Körper (vermeidende Orientierungsreaktion).

 

Universelle Tells

Als universelle Tells versteht man genau die Verhaltensweisen und Ausdrucksformen der Menschen, die bei allen Menschen mehr oder weniger gleich ausfallen.

Paul Ekman konnte zeigen, dass es sieben universelle Emotionen und damit verbundene Gesichtsausdrücke gibt:

1. Freude
2. Überraschung
3. Ärger
4. Ekel
5. Furcht
6. Trauer
7. Verachtung

Und er wies ebenfalls nach, dass diese überall auf der Welt gleich sind. Dies bedeutet, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen in der Lage sind, diese universellen Gesichtsausdrücke zu deuten.

Allerdings gibt es Thesen, dass es verschiedene „Dialekte“ in verschiedenen Kulturen gibt. D.h. kleinere Abweichungen, z.B. in der Bewegung der Gesichtsmuskeln. Daher fällt es Menschen im Allgemeinen einfacher, Gesichtsausdrücke bei Angehörigen ihrer eigenen Kultur zu identifizieren.

Generell sind menschliche Gesichtsausdrücke in sämtlichen Kulturen gleich, jedoch haben unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Standards, wie mit Emotionen umgegangen wird. Kulturen erstellen soziale Regeln dafür, wann welche Emotion (öffentlich) gezeigt werden darf und welche nicht.

Unsere Gesichter können Emotionen zwar sehr authentisch wiedergeben, wir sind jedoch ebenfalls geschickt darin, genau diese zu verbergen. Weil wir unsere Mimik bis zu einem gewissen Grad bewusst steuern können.

Daher empfiehlt es sich, generell auf den ganzen Körper zu achten, wenn Du versuchst, Deinen Gegenüber zu lesen. Wie z.B. bei dem Beispiel mit den Füßen bei der Orientierungsreaktion ist den meisten Menschen dieses Signal gar nicht bewusst. Sodass sie meistens auch nicht bewusst versuchen, dieses zu verfälschen.

In dem Abschnitt zu Mikroausdrücken werde ich nochmals detaillierter auf die Gestik eingehen.

 

Idiosynkratische Tells

Die idiosynkratischen Tells sind jene, die bei jedem Menschen eigentümlich sind.

Jeder Mensch ist in seiner Ausdrucksform einzigartig. Von daher empfiehlt es sich, erst einmal das Normalverhalten einer Person zu kennen! Bevor Du in die Interpretation gehst.

Beispielsweise denken viele Leute, dass verschränkte Arme ein Zeichen für Verschlossenheit sind. Jedoch gibt es viele Menschen, die ständig so dastehen oder -sitzen. Weil es für sie einfach bequem ist.

Beim Deuten von Körpersprache bedeutet dies für Dich, immer zuerst zu versuchen, Normalverhalten zu ermitteln. Du solltest daher in Erfahrung bringen, wie der Menschen sich gewöhnlich bzw. in alltäglichen Situationen verhält. Damit ist gemeint, wie dieser für gewöhnlich aussieht, guckt, die Hände ablegt, bestimmte Gestik einsetzt etc.

Erst dann wird die Unterscheidung zwischen einem normalen und angespannten (Unbehagen) bzw. besonders fröhlichen Verhalten (Freude/Behagen) möglich.

Du solltest also auf Verhaltensänderungen achten. D.h. auf Anzeichen, dass jemand Informationen verarbeitet oder auf Ereignisse emotional reagiert.

Es gilt, dass jede Abweichung vom Normal- bzw. ursprünglichen Verhalten eines Menschen grundsätzlich ein Indiz dafür ist, dass etwas im Argen liegt. Was Du dann genauer unter die Lupe nehmen solltest.

Vor allem, wenn Menschen nicht bewusst auf ihre Körpersprache achten, ist diese im Normalfall authentischer als die gesprochene Sprache. Denn die Sprache setzt ein Sprecher meistens bewusster ein, um bestimmte Ziele zu erreichen.

 

Mikroausdrücke

Mikroausdrücke sind sehr kurze Ausdrucksformen von Emotionen.

Je reflexartiger und kurzlebiger eine Reaktion ist, desto authentischer ist diese in der Regel. Auch ist die erste Reaktion immer die ehrlichere, bevor der Verstand einsetzt und gegenlenkt.

Daher solltest Du generell aufmerksam und empfänglich für die zahlreichen Signale anderer Menschen sein. Egal wie kurzlebig diese sein mögen. Gezielte Beobachtung führt zu besserem Verständnis!

Um ein genaueres Bild von Mikroausdrücken zu bekommen, empfehle ich Dir folgenden Mikroeausdruck-Onlinetest. Hier siehst Du auch Beispiele zu den oben angesprochen sieben Basis-Emotionen.

 

Der Einfluss von Körpersprache auf Deinen Geist

Das Deuten der Körpersprache und der bewusste eigene Umgang damit wird Dir nicht nur dabei helfen, andere Menschen besser lesen und verstehen zu können. Es hat auch einen weitreichenden Einfluss auf Dein Wohlbefinden.

Dir ist sicherlich klar, dass Menschen weinen, wenn sie traurig sind. Oder lachen, wenn sie glücklich oder belustigt sind. Unsere Verfassung hat also Einfluss auf unsere nonverbalen Signale.

Dass aber auch die Rückrichtung gilt, ist den wenigsten Menschen klar.

Sitzt Du beispielsweise mit heruntergezogenen Schultern herum, so drückt das Deine Stimmung herunter. Oder wenn Du Dich selber klein machst, hat das Auswirkung auf Deinen Selbstwert.

Dies ist ein weiterer Grund, bewusst auf Deine Körpersprache zu achten! Denn mit dieser kannst Du Deine Stimmung beeinflussen.

Eine sehr sehenswerter TED-Talk zu genau diesem Thema mit weiteren Informationen dazu findest Du hier:

 

Fazit zum Deuten von Körpersprache

Insgesamt gilt beim Interpretieren nonverbaler Signale, dass Du immer den Kontext miteinbeziehen und nicht auf Basis einzelner Signale interpretieren solltest! Die Berücksichtigung mehrerer körpersprachlicher Signale steigert die Aussagekraft und die Chance auf ein stimmiges Gesamtbild steigt.

Der wichtigste Indikator ist die Unterscheidung zwischen Behagen (sich wohlfühlen, bspw. Zufriedenheit, Freude, Entspannung) und Unbehagen (sich unwohl fühlen, bspw. Unmut, Unzufriedenheit, Stress, Nervosität, Anspannung etc.). Die Orientierungsreaktion, das Territorial- und Distanzverhalten geben Dir Aufschlüsse hierzu.

Das Gesicht sendet zwar viele Signale, jedoch ist es auch der Bereich, der meist willentlich kontrolliert wird. Achte also stets auf den ganzen Körper!

Grundsätzlich solltest Du bei gemischten nonverbalen Signalen, also wenn jemand zweideutige Signale aussendet, immer davon ausgehen, dass die Negativen die Authentischen sind. Bspw. wenn jemand sagt „Schön Dich zu sehen“ und gleichzeitig den Kiefer anspannt. Vermutlich ist die verbale Aussage nicht so gemeint.

Auch gibt es keinen „Pinocchio-Effekt“, der einem sagt, wann jemand lügt. Es können lediglich Indizien betrachtet werden. Aber lediglich als Anhaltspunkte, nicht als Beweise. Körpersprache sinnvoll deuten kannst Du nur, wenn Du einerseits mehrere Indikatoren und den Kontext zur Beurteilung heranziehst und auch weißt, wie sich die Person normalerweise verhält. Die Kenntnis des Normalverhaltens ist also für da Lesen der Körpersprache essenziell.

Natürlich ist Praxiserfahrung beim Körpersprache deuten das A und O. Versuche möglichst diskret viele andere Menschen zu beobachten. Und darüber nachzudenken, was ihre Körpersprache wohl bedeutet!

Achte ebenfalls darauf, welche Haltung, Gestik und Mimik Du selbst in bestimmten Situationen einnimmst. So lernst Du, Zusammenhänge zwischen dem Innenleben und bestimmten nonverbalen Ausdrucksformen zu verstehen.

Aber auch ein theoretisches Fundament kann nicht schaden. Die folgenden drei Bücher kann ich Dir empfehlen, wenn es um nonverbale Signale geht. Jedoch nur als Ergänzung zur Praxiserfahrung, falls Dich das Thema vertieft interessiert:

 
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Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle Development Consultants

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater und Business-Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Außenwirkung sowie Selbstmarketing.

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