Binge Eating – Gefährliche Essstörung mit periodischen Heißhungeranfällen

Binge Eating oder auch Binge-Eating-Störung bezeichnet Essattacken mit Kontrollverlust. Diese gefährliche Essstörung betrifft immer mehr Menschen. Erfahre hier Ursachen und Auswirkungen der Binge Eating Störung und wie Du diese am besten präventiv vermeidest.

 

Was ist eine Binge Eating Störung?

Experten schätzen, dass allein in Deutschland 1,5 bis 2 Millionen Menschen an einer Binge Eating Störung leiden. Doch was ist überhaupt „binge eating“?

Die Binge Eating Störung zählt zu den Essstörungen. Unter dem Begriff „binge eating“ verbirgt sich die unkontrollierte Nahrungsaufnahme in Folge von wiederkehrenden Heißhungerattacken. Der englische Begriff „binge“ steht für Gelage bzw. Exzess. Binge eating disorder bedeuten demnach frei übersetzt also Fressgelage, Esssucht oder Heißhungeressen. Umgangssprachlich spricht man bei diesen periodischen Heißhungeranfällen auch von „sich mit etwas vollstopfen“.

Betroffene Personen geben beim binge eating ihren Gelüsten nach und essen unkontrolliert. Meist werden kalorienreiche und „ungesunde“ Lebensmittel in großer Menge vertilgt. Betroffene können nicht mehr aufhören zu essen. Ganz gleich, ob sie Hunger haben oder nicht. Sie verlieren die Kontrolle darüber, was und wie viel sie verspeisen. Die verzehrte Kalorienmenge kann bei einem derartigen Exzess sehr groß werden.

Anders als bei der Essstörung Bulimie oder manchen Formen von Magersucht, erbrechen sich Betroffene nach ihren Essanfällen nicht und nehmen keine Abführmittel. Deshalb sind viele Betroffene übergewichtig. Sie können die überschüssige Kalorienmenge nicht ausreichen ausgleichen.

An dieser Stelle muss allerdings gesagt werden, dass eine einmalig auftretende Heißhungerattacke nicht automatisch bedeutet, dass Du an einer Binge Eating Störung leidest. Wie Du herausfinden kannst, ob Du wirklich zu den Betroffenen zählst, erfährst Du im dritten Abschnitt.

 

Was sind die Ursachen für eine Binge Eating Störung?

Über die Entstehung einer Binge Eating Störung gibt es noch keine vollständig gesicherten Erkenntnisse. Wie bei anderen Essstörungen vermuten Experten unterschiedliche Ursachen. Darüber hinaus gibt es oftmals ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren: Überzogene Schönheitsideale, Frust und Depressionen gehören zu den häufigsten Ursachen. Zu den Risikofaktoren zur Entstehung einer Binge Eating Störung zählen zudem auch Übergewicht in der Kindheit und ein schlecht vorgelebtes Essverhalten der Eltern.

Häufig tritt die Binge Eating Störung als Folge eines verzerrten Schönheitsideals auf. Oft in Kombination mit Fitnesssport und im Zusammenhang mit extremen Diäten. Betroffene leiden unter einem negativen körperlichen Selbstbild. Sie überbewerten oft Figur und Gewicht in ihrem Gesamterscheinungsbild, koppeln es an ihr Selbstwertgefühl und haben auch oftmals eine verzerrte Wahrnehmung.

Eine weitere Ursache können längere Hungerperioden sein: Wenn Du beispielsweise eine lange Zeit stark bzw. komplett auf Lebensmittel verzichtet hast, signalisiert Dir Dein Körper, dass Du dringend etwas essen solltest. Als Folge wird Dein Hungergefühl gesteigert.

Viele Betroffene verzichten trotz stärker werdendem Hungergefühl immer wieder über einen längeren Zeitraum auf Nahrung. In der Folge kommt es zu Essattacken. Gefolgt von Schuldgefühlen und Ekel vor sich selbst. Die vorgenommene Diät wurde gestört und die Personen versuchen nun, noch rigoroser auf Lebensmittel zu verzichten, um ihr Gewicht trotz erfolgtem Heißhungeressen dennoch zu reduzieren.

Erneute Essattacken lassen nicht lange auf sich warten. Die Betroffenen sind gefangen in einem Teufelskreis.

Auslöser für eine Binge Eating Störung können, wie oben beschrieben, aber auch negative Gefühle wie Angst, innere Leere, Trauer oder Wut sein. Das übermäßige Essen dient hier als kurzfristiges Ventil.

Ebenfalls Einfluss haben Persönlichkeitsmerkmale: So handeln manche Menschen generell eher impulsiv – also unüberlegt und schnell, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Impulsivität erhöht das Risiko für eine Binge Eating Störung.

Eines haben viele Betroffene unabhängig von den genauen Auslösen gemeinsamen: Ständig beschäftigen sie sich mit ihrem Körpern und ihrem Aussehen. Und die tägliche Essensaufnahme steht im Mittelpunkt.

 

Wie wird eine Binge Eating Störung diagnostiziert und behandelt?

Die Binge Eating Störung tritt häufig zwischen dem 20. Und 30 Lebensjahr erstmals auf. Dabei sind ca. zwei Drittel der Betroffenen Frauen.

Erste Indizien für diesen Typ der Essstörung sind, dass große Mengen an Essen gehortet werden. Und dass die Betroffenen innerhalb kurzer Zeit stark zunehmen.

Auch wenn sich viele Betroffene schämen und versuchen, ihr Essverhalten zu verheimlichen, ist es wichtig, sich Hilfe zu holen. Aber selbst der Gang zum Arzt oder zu einer Beratungsstelle fällt vielen schwer. Sie leugnen lieber, dass sie ein Problem haben und hoffen, ihr Essverhalten selbst wieder in den Griff zu bekommen.

Wenn Du Dir also unsicher bist, ob Du selbst an der Binge Eating Störung leidest, beantworte für Dich die folgenden Fragen mit „JA“ bzw. „NEIN“. Sei dabei wirklich ehrlich zu Dir selbst!

1. Treten Deine Essattacken bereits seit mindestens einem Monat auf?
2. Hast Du mindestens einmal die Woche eine Essattacke?
3. Hast Du dabei weit über Dein Völlegefühl hinaus gegessen?
4. Hattest Du vor der Essattacke ein extrem starkes Hungergefühl?
5. Warst Du nach Deiner Essattacke geplagt von Scham- und/oder Schuldgefühlen?
6. Hattest Du bereits in Deiner Kindheit Gewichtsprobleme?

Wenn Du drei oder mehr der sechs Fragen mit „JA“ beantwortet hast, solltest Du sicherheitshalber einen Arzttermin vereinbaren!

Beim Arzt oder einer Beratungsstelle für Essstörungen geht es dann darum, Strategien zu entwickeln, um das Auftreten der Anfälle zu vermeiden.

Bei bereits stark ausgeprägter Essstörung kann auch eine Psychotherapie helfen. In diesem Zusammenhang sollen die Betroffenen in einem ersten Schritt beobachten, wie oft die Essanfälle auftauchen, welche Mengen sie dabei zu sich nehmen, und welche Gefühle sie begleiten.

Ziel ist es, durch die Therapie eine langfristige Normalisierung des Essverhaltens anzustreben. Dabei wird auch gezielt an den Ursachen (Trauer, Depression, verzerrte Schönheitsideale etc.) gearbeitet und das eigene Selbstbild gestärkt.

Zusätzlich zu dem Besuch beim Arzt kann Dich auch eine Ernährungsberatung unterstützen, Dich regelmäßig gesund und ausgewogen zu ernähren.

Je früher eine Binge Eating Störung bei Dir diagnostiziert wird, desto leichter wird es Dir fallen, die Essstörung zu überwinden.

 

Welche Auswirkungen hat eine Binge Eating Störung?

Die Hauptprobleme bei einer Binge Eating Störung sind die fortlaufende Gewichtszunahme und die kurzfristig extremen Gewichtsschwankungen durch die Essattacken.

Doch damit nicht genug. Übergewicht erhöht zusätzlich das Risiko für:

  • Bluthochdruck
  • ungünstige Blutfettwerte
  • Diabetes

Auf lange Sicht drohen Herz-Kreislauferkrankungen wie:

  • Arterienverkalkungen
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Herzleistungsschwäche
  • Herzrhythmusstörungen.

Durch die erhöhte Belastung des Skelettsystems aufgrund der Gewichtszunahme können außerdem Probleme mit der Wirbelsäule oder den Gelenken auftreten.

Selbst wenn Betroffene nicht an Übergewicht leiden, belastet die rasante Zu- und Abnahme um mehrere Kilogramm Körpergewicht die Betroffenen psychisch.

Neben der psychischen Belastung können folgende körperliche Symptome auftreten:

  • Müdigkeit
  • innere Unruhe
  • Störungen der Atemfunktionen
  • Kreislaufstörungen
  • Schwangerschaftskomplikationen

Du siehst also, dass mit dieser Essstörung nicht zu spaßen ist und ein frühes Gegenlenken erfolgskritisch ist.

 

Wie kann ich eine Binge Eating Störung präventiv vermeiden?

Mit dem Wissen über ein ausgewogenes, gesundes und gemäßigtes Essverhalten kannst Du binge eating vorbeugen. Und vermeidest es, in den Teufelskreis von radikalem Verzicht und Essattacken zu kommen. Und dabei trotzdem Deine Traumfigur erreichen.

Eine mögliche Unterstützung kann dabei eine Ernährungsberatung sein. Eine gute Ernährungsberatung erkennst Du daran, dass sie individuell auf Dich, Deinen Alltag und Deine persönlichen Präferenzen eingeht und anhand dieser die Beratung aufbaut.

Als Food & Fitness Experte kann ich Dich dabei unterstützen, die für Dich passende Ernährungsform zu finden. Und das ohne kompletten Verzicht. Sondern durch ein auf Dich angepasstes Ernährungskonzept.

Solltest Du Fragen rund ums Thema Binge-Eating haben, so schreib uns einen Kommentar! Möchtest Deine Ernährung und Deine Fitness auf das nächste Level bringen, so kontaktiere uns am besten direkt und vereinbare eine professionelle Ernährungsberatung oder ein Personal Training!

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Lukas Unterkötter Profilbild
Veröffentlicht von Lukas Unterkoetter am
Coach bei Quality - Lifestyle Development Consultants

Lukas Unterkötter ist Diplom Sportwissenschaftler und mehrfach zertifizierter Ernährungsberater und Personaltrainer. Neben seiner Arbeit als Food & Fitness Coach ist er zudem Studienrat für Sport und Mathematik. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Coaching, Ernährungsberatung, Gewichtsmanagement, Sporternährung und Personaltraining.

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