Deine Beziehung retten – Aussteigen aus dem Teufelskreis

Du hast Beziehungsprobleme und möchtest Deine Beziehung retten? Dann findest Du hier eine sehr wirksame Methode.

Für eine perfekte Beziehung gibt es kein Wunderrezept a la „Mach genau dies, dann passiert genau das…“, auch wenn Du durch beherzigen dieser Beziehungstipps einer glücklichen Beziehung einen großen Schritt näher kommst.

Ebenso gibt es kein Allheilmittel, um Deine Beziehung bei Beziehungsproblemen zu retten. Beziehungen sind immer individuell und den passenden Tipp bzw. die richtigen Denkanstöße zum Thema „Beziehung retten“ kann man meistens erst durch Betrachten des Einzelfalls geben.

Jedoch habe ich in vielen Beziehungen ein Muster beobachtet, das bereits neues Licht auf Deine Beziehung werfen kann, allein schon durch die Tatsache, dass Du es kennst!

Das sogenannte „Teufelskreis-Modell“ ist eine wirksame Methode, eingefahrene Beziehungsprobleme besser zu verstehen und Deine Beziehung zu retten, bevor es zu spät ist!

 

Deine Beziehung retten Schritt 1: Den Teufelskreis erkennen

Ein häufiges Problem in Beziehungen und den daraus resultierenden Schwierigkeiten ist es, dass sich jeder Partner als reaktiv wahrnimmt. Die andere Person hat irgendwas gemacht, was Dich frustriert, enttäuscht, verärgert, traurig macht etc. Du bist Dir sicher, dass Deine Partnerin klar der Aggressor ist und Du das arme Opfer.

So einfach ist es aber meistens nicht, denn das ist nur die Spitze des Eisbergs. In Zwei-Personen-Interaktionen gibt es logischerweise immer zwei Akteure, die in einer Wechselbeziehung zueinander stehen.

Möchtest Du den Konflikt und die Probleme in Deiner Beziehung besser verstehen, dann mach eine ehrliche Analyse! Das wird Dir helfen, konkretes Verhalten besser nachvollziehen und innere Gefühlslagen besser einzuschätzen zu können.

Gehen wir das ganze mal Schritt für Schritt durch. Das folgende Schema ist eine systemische Betrachtungsweise, welches Du gerne als Vorlage verwenden darfst:

 

Beziehung retten: 1) Der leichteste Teil: Das Verhalten der anderen Person

Welches konkrete Verhalten konntest Du beobachten? Was genau ist passiert? An welchen Stellen reibt ihr euch in eurer Beziehung immer wieder auf?

Versuche ganz sachlich zu beschreiben, welches Verhalten Dich besonders geärgert oder enttäuscht hat! Was stört Dich genau?

Hier kannst Du Deiner ganzen Empörung Luft machen. Bleib dabei aber sachlich! Lass jegliche Interpretation weg. „Sie macht immer xy, weil Sie eine Zicke ist.“ ist dabei nicht sachlich. Versuch komplett auf Erklärungen zu verzichten. Schreib nur das auf, was wirklich gesagt oder gemacht wurde!

 

2) Deine Gedanken und Gefühle

An dieser Stelle musst Du ehrlich zu Dir selbst sein! Was löst das gezeigte Verhalten bei Dir aus? Warum genau stört es Dich? Welche Gedanken und Gefühle hast Du?

Horche tief in Dich hinein und frage Dich immer wieder, was hinter Deinen Gefühlen liegt!

Oft ist z. B. Wut nur ein Gefühl, was als Reaktion auf andere Gefühle erzeugt wird.

Vielleicht hat Dich irgendetwas verletzt? Möglicherweise bereitet Dir das gezeigte Verhalten Schmerz und Trauer, was Du nun aber in Wut oder Aggression gegen Dich oder andere umgewandelt hast?




Entschleunigung ist hier der Schlüssel. Hör genau hin, denn meistens geht es eher um verletzte Bedürfnisse oder Konflikte in Deinem Wertesystem!

 

3) Dein Verhalten

Ok, die Stunde der Wahrheit: Was genau hast Du gemacht oder gesagt? Wie lautet Dein Standpunkt?

Auch wenn Dein Verhalten möglicherweise nicht besonders souverän war: Schreib es Dir unter dem dritten Punkt genau auf!

Weil Du bereits Deine Gedanken und Gefühle analysiert hast, verstehst Du möglicherweise bereits besser, welche Deiner Bedürfnisse Du erfüllen wolltest.

Mit welchen Handlungen und welchen Worten hast Du versucht, Deine Bedürfnisse sicher zu stellen?

 

4) Die Gedanken und Gefühle Deiner Partnerin

Da Du den Teufelskreis erst einmal für Dich versuchst zu verstehen, kannst Du über diesen Punkt natürlich erst einmal nur spekulieren. Frage Dich aber trotzdem, wie Dein Verhalten auf Deine Partnerin gewirkt haben könnte. Immerhin solltest Du Deine Partnerin ja ein wenig kennen 😉

Was ist der Standpunkt Deiner Partnerin? Was denkt sie (vermutlich) über die Situation? Wie interpretiert sie wahrscheinlich Dein Verhalten? Welche Gefühle hast Du (vermutlich) bei ihr ausgelöst?

Versetz Dich intensiv in die Lage Deiner Partnerin! Versuche, ihre Motive und Bedürfnisse nachzuvollziehen! Dann ergibt ihr gezeigtes Verhalten mehr Sinn für Dich.

Nimm Dir auch für diesen Punkt ausreichend Zeit!

 

Deine Beziehung retten Schritt 2: Aus dem Teufelskreis aussteigen

Wenn Du Deine Beziehungsprobleme nach diesem Schema analysiert hast, solltest Du nun ein wesentlich besseres Bild von der Wechselbeziehung eurer Motive und Handlungen haben. Damit hast Du bereits das Fundament gelegt, um Deine Beziehung retten zu können. Nun ist natürlich die entscheidende Frage, wie es weitergehen soll.

Wie immer gehe ich davon aus, dass Du, lieber Leser, in der Verantwortung stehst! Diese solltest Du auch übernehmen!

Du bist nun an einem Punkt, wo Du Dich selbst und Deine Partnerin besser verstehst. Überleg Dir nun, wie Du den Teufelskreis durchbrechen kannst, um Deine angespannte Beziehung zu retten!

Aus meiner Sicht kannst Du anfangen, Dir Gedanken darüber zu machen, wie Du das Verhalten Deiner Partnerin neu bewerten kannst. Du verstehst ja nun ihre inneren Beweggründe (Punkt 4) ein wenig besser.

Vielleicht hat sie einfach nur (Verlust-)Angst [das entspräche dann z. B. dem Bedürfnis nach Sicherheit] oder ein anderes ihrer Bedürfnisse wurde von Dir verletzt.

Mit diesem Wissen kannst Du ihr Verhalten (Punkt 1) neu bewerten (Punkt 2, Deine Gedanken und Gefühle).

Natürlich kannst Du auch anfangen, Dir zu überlegen, welche Handlungsoptionen Dir noch offen stehen (Punkt 3). Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie Du reagieren könntest? Was kannst Du unternehmen oder möglicherweise sogar unterlassen?




Überleg Dir genau, wie Du das nächste Mal zur Deeskalation beitragen kannst! Der Perspektivenwechsel (Punkt 4, die innere Welt Deiner Partnerin) sollte Dir dafür Anregung gegeben haben.

Für gewöhnlich verhilft dieses Modell zu mehr Weitblick und einer distanzierten Sichtweise. Vor allem im Konfliktfall sieht man gerne nur seine Bedürfnisse und vergisst dabei all zu oft, sich zu fragen, warum die andere Person sich eigentlich genau so verhält, wie sie es eben tut. Mit dem Modell kommst Du aus der Schuldzuschreibung raus und verstehst Deinen Beitrag zum aktiven Aufrechterhalten des Konfliktes.

Natürlich verlaufen nicht alle Konflikte nach diesem Muster. Solltest Du Dich mit Deiner Beziehung hier wiedergefunden haben, so hast Du nun ein gutes Tool an der Hand. Du verstehst nun die Problematik Deiner Beziehung besser und hast eine gute Chance, Deine Beziehung retten zu können, sollte diese spiralförmig auf dem Weg nach unten sein. Denn das tückische an diesen Teufelskreisen ist, dass diese sich selbst verstärken und immer festgefahrener werden – bis zu dem Punkt, an dem es zu spät sein kann!

Probier auf jeden Fall etwas Neues aus, sonst wird sich diese Spirale weiter abwärts drehen! Ein guter Anfang ist dabei erfahrungsgemäß immer eine offene und ehrliche Kommunikation 😉

Wenn Dir dieser Beitrag zum Thema „Beziehung retten“ gefallen hat, schreib Dich in unseren Coaching Newsletter ein, um keinen weiteren Blog-Beitrag mehr zu verpassen!

(Quelle: „Coaching: Miteinander Ziele erreichen“ von Maren Fischer-Epe)


Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle Development Consultants

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater und Business-Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Außenwirkung sowie Selbstmarketing.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.