Ängste lindern – Wie Du durch Angstreduktion Deine Lebensqualität steigern kannst

Ängste zu haben ist normal. Und auch wenn es im ersten Moment komisch klingt: Ängste sind sinnvoll und lebensnotwendig!

Stell Dir Mal vor, Du hättest keine! Dann würdest Du vermutlich auf irgendwelchen Dächern rumturnen, einen Fahrstil haben, der nicht gesund wäre oder aber Dich mit Leuten anlegen, die deutlich stärker sind als Du.

Ein gesundes Maß an Angst ist also gut für Dich. Wie beispielsweise, wenn Du einen Vortrag hältst und „Angst vor dem Versagen“ hast. Diese (hoffentlich leichte!) Anspannung würde dafür sorgen, dass Du Dich vernünftig vorbereitest und auch während des Vortrages fokussiert bist. Dein Körper würde bspw. durch einen beschleunigten Herzschlag sicherstellen, dass genug Sauerstoff durch Deinen Körper transportiert wird.

Wie bei (fast) allem im Leben gibt es jedoch ein gesundes Maß und eine Abweichung davon, sprich eine Übertreibung. Wenn aus dem beschleunigten Herzschlag starkes Herzklopfen, Schweißausbrüche, Atembeschwerden oder ein totales Erstarren werden, dann bist Du in einem Bereich angekommen, in dem die (oftmals nützliche) Funktion der Angst mehr Schaden anrichtet, als dass sie Dir hilft.

Bei Beklemmungsgefühlen, Brustschmerzen, Zittern, Bewusstseinsstörungen oder Panikattacken in Kontexten, in denen diese starke Angstreaktion unangemessen ist, spricht man eher von krankhafter Angststörung, Angsterkrankungen oder Phobien.

Das Spektrum der krankhaften Angst ist dabei sehr breit, beispielsweise kennt der Mediziner generalisierte Angststörungen, Panikstörungen, Zwangsstörungen, Phobien (wie soziale Phobie oder Klaustrophobie), posttraumatische Belastungsstörung, Herzneurose, Ängste bei Depressionen und Schizophrenie oder Hypochondrie.

Allen gemeinsam ist allerdings, dass Sie Deine Lebensqualität beeinträchtigen. In diesen Fällen solltest Du definitiv was tun, um Deine Ängste zu lindern.

Ängste lindern – Wie Du durch Angstreduktion Deine Lebensqualität steigern kannst

Und nicht nur Deine eigene Lebensqualität wird vermindert! In einem Artikel der Sächsischen Zeitung wird beispielsweise auf den Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie verwiesen, der davor warnt, dass Ängste auch abfärben können, beispielsweise auf die eigenen Kinder!
 
 

Was hilft gegen Ängste?

Erstens

Zuallererst ist es wichtig, das Gefühl anzuerkennen und es zu akzeptieren. Auf keinen Fall solltest Du versuchen, es beispielsweise durch Alkohol oder Ähnliches zu bekämpfen! Im englischen beispielsweise gibt es das Sprichwort „What you resist, persists.“ Damit ist gemeint, dass die Dinge, die Du versuchst zu bekämpfen bzw. zu verdrängen, erst Recht bestehen bleiben. Also: Schritt Ein: Wertfreies Annehmen!

Nach dem Annehmen Deiner Angst ist es wichtig, für Dich zu reflektieren, wann genau die Ängste entstehen:

In bestimmten Situationen? Zu bestimmten Zeiten? In Bezug auf bestimmte Themen?

Beobachte dies für einige Tage oder sogar Wochen und mache Dir Notizen, damit Du eine Art Tagebuch hast. Hilfreich ist auch, zu den oben gestellten Fragen auch die Frage zu beantworten: Auf einer Skala von eins bis zehn, wie stark ist die Angst gerade?

So erhältst Du „Daten“ zu Deiner Angst, was es einfacher macht, diese einordnen.
 

Zweitens

Das bringt uns zum zweiten Schritt: Du solltest Deine Angst einordnen können. Informiere Dich, beispielsweise auf Webseiten wie der Website Angst verstehen von Dr. Jan Martin, der das Thema Ängste und Angststörungen sehr umfangreich beleuchtet. Oder durch Bücher zum Thema Angst.

In Kombination mit Schritt Eins und Deinem neu gewonnenem Wissen über Angst kannst Du nun auch besser beurteilen, wie Deine Angst Einfluss auf Dein Verhalten hat. Und warum! Denn oft verstärkt sich Deine Angst noch durch die Angst vor der Angst. Hier findest Du ein schönes Beispiel für diesen Teufelskreis der Angst.
 

Drittens

Ein dritter und ebenfalls sehr sinnvoller Schritt ist es, mit anderen über Deine Ängste zu sprechen. Du musst nicht alles mit Dir alleine ausmachen!

Schau also in Deinem Freundes-, Familien oder Bekanntenkreis, wem Du Dich vertrauensvoll anvertrauen kannst. Schon der Austausch alleine kann ein Stück weit zur Linderung beitragen.

Über Ängste sprechen

Schwächer ausgeprägte Ängste kannst Du gut auch mit einem persönlichen Coaching in den Griff bekommen, in dem beispielsweise an Deinen Glaubenssätzen gearbeitet wird. Auch Trainings, in denen Du gezielt an bestimmten Fähigkeiten arbeitest für Situationen, vor denen Du Angst empfindest, können helfen, beispielsweise selbstsicher werden.

Bei stärkeren Ängsten mit Krankheitscharakter ist jedoch der Gang zum Arzt angezeigt. Dieser wird entscheiden können, ob in Deinem individuellem Fall beispielsweise eine Psychotherapie (ggf. gar mit medikamentöser Behandlung) sinnvoll ist.

Auf jeden Fall solltest Du Dir helfen lassen! Leider versuchen viele, das Thema Angst aufgrund falscher Glaubenssätze wie „Meine Angst darf ich nicht zeigen“ oder „Wer Angst hat, ist schwach“ mit sich selbst auszumachen. Und so befinden sie sich meist in einer Abwärtsspirale und die Angststörung wird eher schlimmer als besser. Da wundert es auch nicht, dass das Problem laut Studien in den letzten Jahrzehnten sogar zugenommen hat und Angststörungen und Depressionen mittlerweile weit verbreitet sind.

Lebensqualität zu steigern bedeutet nicht nur, positive Dinge in seinem Leben zu etablieren, sondern ebenfalls, negative, kräftezehrende Dinge zu eliminieren oder zumindest zu lindern. Die gute Nachricht ist, dass man Angststörungen gut und erfolgreich behandeln und überwinden kann und somit seine Lebensqualität ein großes Stück zurückgewinnen kann.

Ängste lindern und Lebensqualität zurückerhalten


Gregor Wojtowicz Profilbild
Veröffentlicht von Gregor Wojtowicz am
Coach bei Quality - Lifestyle

Gregor Wojtowicz ist Master der Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) und Diplom Wirtschaftsmathematiker. Er arbeitet als Unternehmensberater, Führungskräftetrainer und systemischer Business-Coach für international tätige Unternehmen sowie als Personal und Life Coach mit Privatpersonen. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Führungskräfteentwicklung und Kommunikation.